Bahnaktionstag - Irritationen im Norden

am 25.10.2003

siehe auch:

Erfolgreich verlief auch der Bahnaktionstag auf den möglichen CASTOR-Transprotstrecken im Norden. Massiv bewacht wurden die Atomkraftgegner, die sich von Dannenberg aus in weißen Strahlenschutzanzügen auf die Informationsreise gemacht hatten: die etwa 30 Reisenden wurden im Zug von mindestens 15 Grüngekleideten auf der gefährlichen Strecke nach Lüneburg begleitet, schließlich fuhren sie doch an so neuralgischen Punkten wie der "Seerauer Brücke" entlang, wo vor zwei Jahren ein vergessener Heuwagen in Flammen stand, und den gerade erst neu zusammengeschraubten Brückenstahl herzerweichend erwärmt hatte.

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Oder kurz hinter dem Haltepunkt Leitstade, wo am Rande des Bahndamms ein wahres Kunstwerk zu bewundern ist, ein Betonklotz, der erst im Sommer bei dem 20-Mio-Gleisaustausch unter dem Schotter entdeckt und ausgebuddelt wurde.

Auch von der Altmark aus, von Salzwedel, hatten sich Aktivisten aufgemacht, um die DB-Kunden aufzuklären. Auf den Bahnhöfen und in den Zügen zwischen Lüneburg, Uelzen und Hamburg konnten die uninformierten Bahnreisenden erfahren, daß in zwei Wochen auf den gleichen Strecken, die sie auch nutzen, CASTOREN mit ihrer strahlenden Fracht transportiert werden. Durchaus irritiert, und informationswillig reagierten viele der Fahrgäste, waren sie doch bislang der Meinung, diese Transporte würden nur auf gesondert abgesperrten Bahngleisen erfolgen.

Irritiert waren nicht nur Bahnreisende, sondern auch die Besucher des Hundertwasser-Bahnhofs Uelzen, darüber nämlich, daß offensichtlich der "Autopilot" eines BGS-Hubschraubers festgeklemmt war, und er Runde um Runde seine Kreise über die nach Plänen des Wiener Künstlers umgestalteten Gebäude drehte.

Irritationen gab es auch in Hamburg, vor dem HEW-Kundenzentrum in der Mönckebergstraße, wo die weißgekleideten Atomkraftgegner ganz einfach so auftauchten, und Informationen verteilten, oder im Bahnhofsgebäude, wo eine ganze Gruppe von Polizeibeamten länger als eine Stunde nach den vom Lüneburger BGS angekündigten Demonstranten suchten.

Die Rückfahrt der Gruppe aus dem Wendland zum CASTOR-Bahnhof Dannenberg wurde wieder besser bewacht. Nicht nur im Zug. An jedem Bahnübergang stand mindestens ein Fahrzeug von Polizei oder BGS. Diese 50 Bahnkilometer dürften übrigens zu den bestausgestatteten hinsichtlich menschlicher Entsorgungsprobleme gehören: Alle paar Hundert Meter, mitten im Wald, nahe Äcker und Wiesen, stehen in zweier, dreier, fünfergruppen Dixi-Klos herum. Oder gehört dies zum neuen Endlagerkonzept der niedersächsischen Landesregierung: Egal wohin, Haupsache weg mit dem Scheiß?

Bearbeitet am: 27.10.2003/ad


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