Rede der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
Drawehnerstr. 3
29439    LÜCHOW
Tel. +49 (58 41) 46 84
Fax +49 (5841)  31 97
Bürozeiten:
Mo., Mi., Fr. & Sa. von 9-12 Uhr
Di. &  Do.   15-18 Uhr  
E-mail für  die Presse:
Mails an diese Adresse bitte
nur für Presseleute, andere können

wegen Zeitmangel nicht beantwortet werden.
BI-Presse@t-online.de
E-mail: BI-Luechow@t-online.de
Spendenkonto:                               Kreissparkasse Lüchow (BLZ 258 513 35) 2060 721   
                                                         "Spende zugunsten der BI Umweltschutz  Lüchow-Dannenberg e.V." sind Steuerabzugsfähige Spenden.

auf dem

Evangelischen Kirchentag in Hannover

vom 28.05.2005

"Wenn dein Kind dich morgen fragt ..." (5.Mose 6, 20) ist das diesjährige Motto
des ev. Kirchentages in Hannover. Welche Antwort werden wir geben können, wenn wir verantwortlich gemacht werden für eine weltweit atomare Verseuchung? Haben wir versagt?

Noch nicht!

Versagt hat diese Regierung!

Rot-Grün hat bislang nichts zu einem wirklich unumkehrbaren „Ausstieg" aus der Atomenergie beigetragen. Stattdessen dürfen die AKW in Deutschland weiterlaufen, der Radioaktive Abfall wird durch den „Atomkonsens" noch einmal um ein mehrfaches der bislang produzierten Menge ansteigen. In Gronau wurde die Verdoppelung Kapazität der Urananreicherungsanlage genehmigt – nun können auch ausländische AKW mit dem tödlichen Brennstoff versorgt werden. Die unsinnige Verschiebung vor DDR-Forschungsmüll per CASTOR- Autobahntransport von Dresden/Rossendorf nach Ahaus wurde genehmigt und soll am Montag starten. Die weitere Erkundung des Endlagers Gorleben per „Veränderungssperrenverordnung" wird rechtlich abgesichert, der nächste CASTOR-Transport von Frankreich nach Gorleben ist genehmigt und wird vorbereitet...

Schwarz-Gelb freut sich nun mächtig darauf, die AKW-Laufzeiten zu verlängern, Gorleben und den Schacht Konrad zum Atomklo der Nation zu machen.

Gefahren durch Atomtechnik?

Mit „deutscher" Technik nicht denkbar. Tschernobyl? War da mal was?

Harrisburg / USA?

Lange her. Und dass das ehemalige DDR-Endlanger Morsleben in sich zusammenkracht, der atomabfall-gefüllte Salzstock Asse bei Salzgitter absäuft? Nicht wirklich wichtig!

"Wenn dein Kind dich morgen fragt ..."

Wer nimmt die Verantwortung für 1000 mal 1000 Jahre, also die mindestens eine Million Jahre „Sicherheit" für ein „Endlager" auf sich? Die Wahlperioden jedenfalls sind kürzer – was später kommt, interessiert nach nur 60 Jahren Atomenergienutzung auch heute weder Politik noch Wirtschaft.

Uran wird weiter abgebaut – zu Lasten der Bevölkerung in den riesigen Übertage-Löchern. Was schert es die Industrie, wenn diese Menschen und die Umgebung weiträumig verstrahlt werden. Das Energieproblem wird damit nicht lösbar. Denn die weltweiten Uran-Vorräte reichen noch 35 bis 50 Jahre – wenn keine neuen Kraftwerke dazugebaut werden. Kein AKW reduziert den Treibhauseffekt, die Gesamtenergiebilanz von der Brennstoff-Gewinnung bis zur „Endlagerung" und die dabei freiwerdenden Klimagase trägt mehr zur Erderwärmung bei, als die Nutzung von modernen Gas-Blockheizkraftwerken. Eine für alle Menschen dieser Welt verantwortbare Energienutzung kann nur mit Einsparung und Regenerativer Energie gesichert werden.

Doch wer „verdient" an solchen, dezentralen Konzepten?

Die Stromkonzerne nicht.

Die Kraftwerke müssen also weiterlaufen, zum „Wohle" der Energiekonzerne, die ihre Milliarden scheffeln. Allein in Deutschland haben sie mehr als 35 Milliarden Euro steuerfrei zur Verfügung – Geld, das von uns allen, als Steuerzahler und Stromverbraucher eingezahlt wurde, um irgendwann mal den Atommüll zu „beseitigen". Das Geld liegt aber nicht auf der Hohen Kante. Es wird eingesetzt, um sich den Einfluß auf Stadtwerke zu sichern, das Gas- Monopol zu stabilisieren, Wasserwerke unter Kontrolle zu bringen. Wann werden wir die Luft zum Atmen bei eon, RWE und Vattenfall kaufen müssen?

"Wenn dein Kind dich morgen fragt ..."

Industrie und die von ihr abhängigen Politiker wie Schröder, Clement, oder auch die Christlich-Undemokratische Möchtegernbald-Kanzlerin Merkel sehen die Erde nur als Spielball beim Abzocken der „Märkte" – deutlicher als das gestern aufgenommene Bild auf dem Kirchentag kann es kaum werden!

Wohin mit dem Atommüll, ist egal. Verantwortung für die nachfolgenden Generationen?

Spielt keine Rolle.

Erfahrungen mit dem „Versuchsbergwerg" Asse bei Wolfenbüttel zeigen unseren kleinen Zeithorizont auf. Und die Taktik der Atomkonzerne. Asse war zu Forschungszwecken eingerichtet worden. Dann wurde es zum „Endlager" für schwachaktiven Atommüll. Jetzt säuft es ab. Auch egal. Denn wenn man den dort verscharrten Atommüll zurückholen wollte, brauchte man dafür mehr als 40 Jahre. Bei Gesamtkosten von 1.4 Milliarden Euro „scheidet somit eine Rückholung aus Zeit- und Kostengründen aus", erklärt die zuständige „Gesellschaft für Strahlen- und Umweltschutz" GSF. „Säuft Asse ab, sind wir aufgeschmissen" – eine eindeutige Antwort!

"Wenn dein Kind dich morgen fragt ..."

Für Gorleben hat die Atomindustrie die gleiche Lösung vorgesehen. Gestern (Donnerstag, 26. 5. 05, d. Red.) hat der Atompolitische Sprecher der CDU, Peter Paziorek, die Katze aus dem Sack gelassen. In einem Zeitungsinterview erklärte er, wie auch schon Backpulver-Ministerin Merkel, Gorleben werde Endlager.

Und sprach von „Erprobungen".

Aus dem „Erkundungsbergwerk" Gorleben wird nun also ein „Erprobungsbergwerk". Genau so, wie für die „Erkundung" auf ein Plangestellungsverfahren nach Atomgesetz verzichtet werden konnte, aber dennoch Gorleben als Atomklo für mehr als eintausendfünfhundert Millionen Euro als Schwarzbau fertiggestellt wurde, soll nun auf kaltem Wege der heiße Müll „probeweise" eingelagert werden!

Für ein „Unter-Tage-Forschungslabor" benötigt man kein Planfeststellungsverfahren gemäß Atomrecht wie für ein Endlager. Eine tolle Idee! Ist der Atommüll erst mal drin, kann er nicht mehr herausgeholt werden – „aufgeschmissen" sind dann die Kinder, die „morgen" dann nicht mehr fragen müssen.

Stammt diese Idee ursprünglich etwa aus dem Grün-geleiteten „Bundesamt für Strahlenschutz"? Dessen bis vor zwei Jahren zuständigen Abteilungsleiter, Dr. Bruno Thomauske? Hat er sich nicht nur die „Veränderungssperrenverordnung" für den Gorlebener Salzstock ausgedacht, mit der SALINAS ausgebremst werden soll? Hat sich Thomauske damit seinen neuen Job in der Chefetage vom Stomkonzern Vattenfall Europe verdient?

"Wenn dein Kind dich morgen fragt ..."

wird es möglicherweise keine Antwort mehr erhalten. Wenn sich der nächste GAU in Deutschland oder sonst wo auf der Welt ereignet, die Plutonium-Säure in Sellafield die Meere verseucht, wird es auch keine Fragen mehr stellen können...

Wir übernehmen die Verantwortung – jetzt!

Daher stellen wir uns quer! Mit uns – und Euch – gibt es kein „Endlager" – weder in Gorleben, noch anderswo! Ihr alle seid gefordert!

Stellt Euch der Atommafia und den von dieser bezahlten Politikern entgegen!

Schon am Montag, beim CASTOR-Transport von Dresden-Rossendorf nach Ahaus!

Und im Herbst auf der Strecke von La Hague in Frankreich nach Gorleben!

Damit Ihr Euren Kindern eine Antwort geben könnt, wenn sie Euch morgen fragen!


Bilder von der Demo in Hannover gegen der Atommülltransport am 30.05.2005 von Dressden-Rossendorf nach Ahaus

ev_kirch1.jpg (18109 Byte)

ev_kirch2.jpg (18979 Byte)

ev_kirch3.jpg (18094 Byte)

ev_kirch4.jpg (17036 Byte)

ev_kirch5.jpg (18792 Byte)

Bearbeitet am: 29.05.2005/ad


 

zurück zur Homepage

zurück zur Homepage der BI