Bericht von der Kundgebung in Marschacht in der Elbmarsch

vom 12.09.2006

Atomianer beim Protest gegen Kernbrennstoff im Boden der Elbmarsch

von Jürgen Kruse

Atomianer bereicherten mit ihrer eindrucksvollen Performance den Aktionstag der Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch am 12.9.2006 in Marschacht am Deich mit Blick auf das AKW Krümmel und die Atomforschungsanlage in Geesthacht.

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Sie wiesen darauf hin, daß der tödlich strahlende Atommüll für mindestens eine Million Jahre an einem erdgeologisch und klimageschichtlich sicheren Ort eingeschlossen werden muss. Die Atomianer thematisieren die Frage, wie bereits heute - vor der Schaffung eines weltweit ersten sicheren Endlagers für tödlich strahlende Abfälle aus der zivilen und militärischen Nutzung der Atomenergie - ein kommunikativ-gruppendynamisches Modell, das eine fast ewig sozial und politisch sichere Perspektive bietet, installiert werden kann, damit das für das Überleben der Menschheit unverzichtbare Wissen über Generationen, Sprachen und Kulturen hinweg bewahrt und weitergegeben werden kann.

Am 20.Jahrestag des vermuteten Unfalls in Geesthacht mit den dramatischen Folgen bis heute (höchste Leukämie-Rate bei Kindern weltweit, Reste von Kernbrennstoff im Boden...)   fand die Bürgerinitiative in der Elbmarsch für ihre Forderung nach Aufklärung und  Beseitigung der Plutonium-Kügelchen prominente Unterstützung:

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Die Sängerin Nina Hagen und die Schauspielerin Eva-Maria Hagen verliehen den Protesten der Versammelten Nachdruck. Nina Hagen wies vor allem auf die tragische Verknüpfung der zivilen und militärischen Nutzung der Atomenergie hin (u.a.: Munition mit abgereichertem Uran im Irakkrieg!).

Neben lokalen Initiativen war auch eine Gruppe des wendländischen Widerstands gegen Atomanlagen bei der Protestveranstaltung aktiv.

Die ZDF-Dokumentation zu dem Vertuschungs-Skandal um die Leukämie-Katastrophe wurde in einem Video-Zelt gezeigt („Und keiner weiß warum...“).

In einem Podiumsgespräch berichteten Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake (Physikerin) und Dr. Sebastian Pflugbeil (Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz) über die Arbeit einer Untersuchungskommission, die wegen angeblicher Behinderungen ihrer Arbeit durch die zuständigen Behörden (nach dem Rücktritt einiger Mitglieder unter Protest) aufgelöst wurde.

Die Atomianer und auch Nina Hagen warben für eine Teilnahme an den Protestveranstaltungen gegen den Castortransport von La Hague ins Wendland vom 11. bis 14. November 2006 im Raum Dannenberg/Gorleben.

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Bearbeitet am: 15.09.2006/ad


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