Stuhlprobe

vom 12.10.2008

Bilder von der Aktion

Da war der Bär los...

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Sonntag, vormittag, am Dannenberger CASTOR-Verladkran. Einsam stehen zwei Polizeibullist an der abgesperrten Straße . So langsam hört der Nieselregen auf, der Platz vor dem Objekt, das in vier Wochen zu den bestbewachtetsten der Republik gehören wird, ist leer, nahezu. Ein Schäferhund kläfft hinter dem massiven Gitterzaun, sein „Herrchen“ vom Wachschutz hält sich dezent im Hintergrund. Mehr Journalisten als Teilnehmer scheint die erste der traditionellen „Stuhlproben“, organisiert von den militanten „Grauen Zellen“, die den kommenden CASTOR-Transport einläuten, an den Ort des Geschehens gelockt zu haben. Doch dann ein wenig Bewegung. Eine etwas füllige, menschenänhliche Puppe in weißem Strahlenanzug, den obligatorischen „CASTOR STOP“-Kleber auf der Brust, wird herangetragen. Und noch eine. Und noch eine, individuell gestaltet, mit Mütze und Jacke, mit knallengen Jeans über den aufgedunsenen Waden.

So sitzen sie auf den Stühlen, erstmal als „Stellvertreter“ für die Menschen, die sich noch anderweitig auf die „Fünfte Jahreszeit“ im Wendland vorbereiten. Doch dann kommen auch deren Zieh-Mütter und -Väter. Mit den Stühlen, denn auf der Straße sitzen wollen und können sie auch nicht mehr, die „grau“ geworden sind im jahrzehntelangen Kampf gegen die Antomanlagen im Wendland. Grau ja, aber nicht untätig. Sie werden immer mehr, so 60 bis 70 sind sie schließlich. Im Kreis sitzen sie, singen gar, die „Alten“, ihre alten Lieder vom Widerstand. So nett, so passend das Bild, „die tun nix“, wie ihre Hunde, die zwischen ihren Enkelkindern herumlaufen.

So scheint es. Denn plötzlich ist der Bär los. Rege Gespräche, nicht über das Kuchenbacken, oder die farbigen Strähnchen, die das Grau im Haar auflockern sollen, nein über das, was man dem CASTOR und dessen Bewacherschaar an Steinen in den Weg legen kann, bald, Anfang November. Eine Tauschbörse von Ideen und Aktionen, Verabredungen. Der Phantasie wird feier Lauf gelassen. Und plötzlich ist der Bär los. Im wahrsten Sinne, Braunbär „Bruna“ tanzt heran, mit Honigbonbons und guten Ratschlägen „aus dem Bauch“. Trommlerinnen legen los, die „Grauen“ reißt es von den Stühlen, Wie angekündigt, wird getrommelt, bis die Sonne lacht.

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Fotos: I.W. Lovin

Bearbeitet am: 12.10.2008/ad


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