BI-Experten haben Meßergebnisse zusammengetragen und bewertet

 

Wie stark strahlt der CASTOR wirklich?

 "Ungefährlich" seien die CASTOR-Transporte, betont das BfS, das Bundesamt für Stahlen"schutz" immer wieder gebetsmühlenartig in öffentlichen Stellungnahmen. Strahlung, die aus dem CASTOR kommt, schade niemandem, weder dem Bahnpersonal, noch transportschützende Polizisten, oder gar Anwohner der Transportstrecken oder gar Demonstranten. "Grenzwerte", von wem auch immer festgesetzt, würden angeblich eingehalten. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, die vor der Gefährlichkeit gerade der niedrigenergetischen Neutronenstrahlung, die den CASTOR-Behälter durchdringt, warnen, so die Erkenntnisse des Nuklearmediziners Prof. Kuni von der Universität Marburg, werden von den obersten Strahlenschützern der Bundesrepublik schlichtweg als "haltlos" abgetan.

Wie stark die verschiedenen CASTOR-Behälter tatsächlich strahlen, wird der Öffentlichkeit nirgendwo preisgegeben. Die "Fachgruppe Radioaktivität" der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg hat sich nicht davon abbringen lassen, die Ergebnisse der wenigen vorgenommenen Dosisleistungsmessungen zusammenzutragen, auch wenn das lange gebraucht hat, und zum Teil über "inoffizielle" Kanäle gelaufen ist. So hat sich die Deutsche Bahn AG beispielsweise geweigert, dem Kreistag in Lüchow-Dannenberg Meßergebnisse zur Verfügung zu stellen, und sich dabei auf "Betriebsgeheimnisse" berufen.

Was die "Fachgruppe Radioaktivität" zusammengetragen hat, erklärt, warum mit allen Mitteln versucht wird, Aktivitätsmessungen unter der Decke zu halten: Von den Aufsichtsbehörden wurde überhaupt nicht gemessen, sondern wurden Ergebnisse der BLG, der Gorlebener "Brennelemente Lagergesellschaft", also dem Nutznießer der CASTOR-Transporte herangezogen! Oftmals wurde falsch gemessen, "kritische" Bereiche überhaupt nicht erfaßt, ungünstige Werte "gutgerechnet", Protokolle nachträglich manipuliert.

Was in den internen Akten der verschiedenen Behörden schmort, kann doppelt so hoch oder - je nach Sichtweise - halb so gefährlich sein, wie das, was andere Dienststellen genauso ungeprüft übernommen, aber anders bewertet haben.

Udo Jentzsch, frühpensionierter Atomphysiker, der jahrelang in München-Garching und danach im Kernforschungszentrum Geesthacht gearbeitet hat, kommt in seiner Untersuchung zu dem Schluß:

"CASTOR-Transporte sind und bleiben nur möglich, weil das Gefahrenpotential von Neutronenstrahlung nicht nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern nach den Wirtschaftlichkeitsinteressen der Atomindustrie festgelegt wurde".

Wir dokumentieren im folgenden die Studie aus dem Januar 1998:

(Dieter Metk)

CASTOR-Transporte:
Offizielle Dosisleistungsmessungen
Eine Analyse

Zu diesem siehe auch:


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