Flugblatt der

Bürgerinitiative Umweltschutz

zur Kundgebung am 03. Dezember 14 Uhr

in Pisselberg (Dannenberg)

Brücke und Kran: Baubeginn ist Transportbeginn

Die altvertraute Eisenbahnbrücke über die Jeetzel bei Seerau/ Hitzacker gibt es nicht mehr. Sie wurde inzwischen abgerissen, weil sie nicht castortauglich war. Der Wiederaufaufbau der Brücke wird zügig vorangetrieben, damit die tonnenschweren Atommüllbehälter im Frühjahr 2001 nach Dannenberg rollen können. Dort wurde gleichzeitig der Castorverladekran demontiert. Die Verladestation wird erweitert, mit Hilfe eines fahrbaren Krans soll der Umschlag der Castorbehälter von der Schiene auf die Straße schneller durchgeführt werden. Brücke und Kran müssen unbedingt termingerecht fertiggestellt werden, weil sich die französische Regierung derzeit weigert, abgebrannte Brennelemente aus deutschen AKW zur Plutoniumfabrik Cap de La Hague zu verfrachten, solange dort seit März 1998 die sechs Behälter mit hochradioaktiven verglasten Abfällen illegal zwischengelagert werden, die in Gorleben eingelagert werden sollen.

Recht und Grundrecht: "Hörst Du die Glocken schon klingen?"

Seit Wochen notieren starke Kräfte von Polizei und BGS die Personalien eines jeden "verdächtigen" Spaziergängers, Platzverweise werden ausgesprochen, die Baustellen und der vorübergehend stillgelegte Streckenabschnitt werden zum "gefährdeten" Ort erklärt - eine Generalprävention, die zur Verhinderung der Chaostage in Hannover ausgeheckt wurde und jetzt im Wendland Anwendung findet. Das Demonstrationsrecht wird faktisch aufgehoben. Rückendeckung gibt die rot-grüne Bundesregierung, die sich im "Konsensvertrag" mit der Atomwirtschaft im Juni 2000 verpflichtet hat, den weiteren Reaktorbetrieb zu gewährleisten und die nukleare Entsorgung zu "sichern". Dabei kriegen die Betreiber den Castor bis heute nicht dicht, im Salzstock Morsleben stürzt derweil das Deckgebirge auf die eingelagerten Fässer und der sozialdemokratische Umweltminister von Sachsen-Anhalt sagt dazu: "Es kann jeden Tag passieren!" (8.11.00). Genau das sagen wir seit über 20 Jahren.

Protest und Widerstand: "Morgen Kinder wird´s was geben …"

Wir bereiten den rot-grünen Gören der Atommafia eine Nikolausüberraschung: An Brücke und Kran schnüren wir das wendländische Nikolauspäckchen für Jürgen und Gerhard. Jeder und jede Knecht Ruprecht(in) ist aufgerufen, den hohen Herren eine Gabe aus dem Wendland bei zu legen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Artig, wie wir sind, kommen wir in weihnachtlicher Kostümierung mit weißem Bart und roter Kapuze! Und dann heißt es: "Rute aus dem Sack!". Für die, die ihr Gedicht nicht nur schlecht auswendig gelernt, sondern scheinbar ganz vergessen haben.

Ohne Brücke und Kran gibt es keine Transporte –

weder nach Frankreich, noch aus der WAA nach Gorleben!

Wir stellen uns quer!

Sollte die französische Regierung zwischenzeitlich grünes Licht für die Wiederaufnahme der Castortransporte nach La Hague geben, machen wir uns auf den Weg nach Philippsburg oder Stade, das ist doch klar! Übrigens: die Stade-Betreiberin E.ON hat "vorsorglich" die Einlagerung eines Castor IIb für Gorleben beantragt. Durchkreuzen wir Regierung und Betreibern ihre Pläne.pendenkonto: Kreissparkasse Lüchow (BLZ 258 513 35) 2 060 721

Bearbeitet am: 13.11.2000/ad


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