Hinweis der Castor-Nix-Da Redaktion:

Diese Aktion wurde von Australien aus gestartet und beinhaltet:

Irati Wanti

The poison leave it

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Kein Atommüllendlager im Outback Südaustraliens

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Australien hat nur einen einzigen Atomreaktor, den Forschungsreaktor Lucas Height in Sydney. Dieser inzwischen veraltete Reaktor soll den Plänen der Regierung nach einen Nachfolger bekommen. Bislang ist keine Möglichkeit geschaffen worden, den angefallenen Müll zu lagern. Er wird auf den langen Weg zur WAA La Hague geschickt, teilweise verbleibt er auch auf dem Gelände. Die Lösung des Problems sehen Betreiber und Regierung darin, den Atommüll im Outback zu vergraben, in einem Wüstengebiet im nördlichen Südaustralien, der Billa Kalina Region. Damit wären besonders die dort lebenden Aborigines betroffen. Im Laufe der Kolonialisationszeit haben die Ureinwohner tiefe Einschnitte in ihr ursprüngliches Leben erfahren, sie sind als Kultur vom Untergang bedroht. Dieser Kultur, die auf friedlichem Miteinander und tiefer Erdverbundenheit beruht, die Lasten der radioaktiven Verseuchung aufzuerlegen, ist ein nicht wiedergutzumachendes Verbrechen. So geschehen ist es bei den oberirdischen Atombombentesten, die zahllosen Aborigines Leben oder Gesundheit gekostet hat. Auch der Uranabbau geht mit einem schleichenden Überzug des Landes von Niedrigstrahlung einher.


Country Forever

Es sind die Erfahrungen der Vergangenheit, die eine Gruppe von Aboriginal-Ältesten dazu bewegt, sich vehement gegen ein Endlager in Billa Kalina zu wehren. Sie nennen sich die Kupa Piti Kungka Tjuta. Sie kämpfen in zwei Richtungen - gegen die Atomwirtschaft und für den Erhalt ihrer Kultur. Unterstützung bekommen sie von den Australiern, die sich von den Regierungsplänen gleichfalls betroffen fühlen. Das sind die Menschen in Sydney, die nicht noch einen Atomreaktor vor die Nase gesetzt bekommen wollen und diejenigen, die an der Transportstrecke wohnen und das Unfallrisiko fürchten. Die Strecke wäre über 2000 km lang und würde durch die Vororte Sydneys und Städte wie Melbourne führen. Viele Gemeinden haben sich bereits zur Atomfreien Zone erklärt.

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http://www.iratiwanti.org

 


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Bruce Thompson auf dem Castortransport 2002

Internationale Vernetzung

Die beiden großen Umweltorganisationen Australiens - die Australien Conservation Foundation und Friends of the Earth - sehen vor allem im Zusammenhang mit Australiens Rolle als weltweiten Uranlieferanten die Notwendigkeit zu internationaler Zusammenarbeit. Der Gorlebenwiderstand dient weltweit den Anti-Atom-Bewegungen als Vorbild und wird bis ins entfernt liegende Australien hin wahrgewnommen. Im Hinblick auf den Endlagerwiderstand hat Friends of the Earth die Initiative gestartet, australisch-deutsche Partnerschaften aufzubauen. Alle im Atomwiderstand befindlichen Gruppen, Schulen. usw. könnten sich daran beteiligen. Mit kurzer Selbstdarstellung kann sich jede Gruppe direkt an Loretta O'Brien, Kampagnerin bei Friends of the Earth, wenden.

Email:
loretta.obrien@melbourne.foe.org.au

http://www.foe.org.au

oder hier in Deutschland an:

Magdalene Seffers-Michalski
Email: widerstandskraft@web.de

http://www.widerstandskraft.org


Flyer-Einlage

Gorleben macht Mut

Bei einem zwei monatigen Aufenthalt in Australien hatte ich die Gelegenheit, viele Menschen kennen zu lernen, die sich engagiert gegen die Atommülllagerpläne der Regierung zur Wehr setzen. Australien ist ein riesiges Land und die Regierung zählt darauf, dass das Atommüllproblem in Vergessenheit gerät, wenn der Atommüll erst einmal im Outback vergraben ist. Entgegen dem Willen der Landesregierung Südaustraliens wurde ein Gebiet nahe Woomera auserkoren, auf dem traditionell Aborigenes leben, die schon unter den britischen Atomtests in den 50er Jahren leiden mussten . Aus diesem Grund spielen in der australischen Anti-Atom-Kampagne indigene Aspekte eine große Rolle.

Bei einem Vortrag über die deutsche Anti-Atombewegung am Beispiel Gorlebens wurde mir bewusst, wie viel Mut unser Widerstand den Menschen (nicht nur) in Australien macht. Ungläubig sahen die Anwesenden Ausschnitte aus dem Video vom letzten Castortransport und waren begeistert über die unheimliche Vielfalt der Aktionen. Gerade die Gemeinden, die an der zukünftigen Transportstrecke leben, haben keine Erfahrung im Widerstand und fühlen sich recht hilflos. Das Projekt “ Communities in Solidarity" soll der Vernetzung des Widerstandes in Australien und Deutschland dienen, und die Menschen in Australien, die da stehen, wo der Widerstand in Gorleben vor über 25 Jahren angefangen hat, kreativ unterstützen. Die Zeit in Australien hat mir einmal mehr bewusst gemacht, dass Atommüll ein internationales Problem ist, dem wir uns nur durch eine internationale Zusammenarbeit stellen können. Wenn ihr noch Fragen habt oder mehr Infos möchtet, könnt ihr mich unter mareike.engels@gmx.de erreichen

Liebe Grüße Mareike Engels


Flyer-Einlage, Rückseite

AUSTRALIA AND GERMANY

Communities in solidarity

Although Germany is on the other side of the world, we have something in common. Australia and Germany are both countries that produce nuclear waste although no ultimate disposal site exists. Both countries are trying to get rid of nuclear waste, by dumping it on unwilling communities. Nuclear waste is shipped around the country and people living on the transportation routes or close to the disposal site(s) have to wear the associated risks. The Australian government plans to dump nuclear waste on the custodial land of the regions aboriginal people, the same communities who were exposed to the radioactive legacy of the British nuclear tests 50 years ago.

The idea

To link Australian communities, which are on the transport routes for nuclear waste or close to the disposal site, with the ones in Germany. The people of Germany have been fighting nuclear waste transportation for a number of years while the nuclear waste transportation hasn't begun yet in Australia. Australians can learn from the German example of building community resistance to the nuclear industry. Together we can learn about each others situation, can share their fears and hopes and can support each other in their resistance.

Who citizenís organizations/community groups along the transportation route or close to the disposal site schools environment groups university students local councils

Loretta O'Briean
Friends of the Earth Melbourne
PO Box 222, Fitzroy 3065, Australia
obrien@melbourne.foe.org.au

Bearbeitet am: 29.09.2003/ad


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