gleisbett.gif (7756 Byte)

 

Eine Nacht im Gleisbett

Probeliegen auf Castor-Schienen

28. bis 29. Juni 2003 in Pisselberg

Der Castor kommt! Aber erst in einem halben Jahr, werden viele sagen. In   den letzten Jahren wurde der Castor-Widerstand mehr und mehr zu einem Last-Minute-Unternehmen.  Viele sind erst in den Wochen oder Tagen vor dem Tag X aufgesprungen. Das ist zwar  einerseits verständlich, andererseits schwächt es aber die Qualität des Widerstandes, wenn nur  einige wenige die Vorbereitung tragen und es keine guten Aktionen in den Monaten davor gibt. Deshalb soll die "Nacht im Gleisbett" das Thema Castor rechtzeitig wieder in Erinnerung rufen und damit eine gründliche Vorbereitung für den Herbst einleiten.

Los geht es in Pisselberg um 18 Uhr. Der letzte Zug wird vor 19 Uhr vorbeifahren. Danach geht es "ins Bett". Morgens kommt der erste Zug nach 9 Uhr. Deutlich vorher gibt es Frühstück, damit alle rechtzeitig von den Gleisen sind. Wer übernachten will, sollte Schlafsack und Isomatte mitbringen. Und wem es auf der Schiene zu hart ist, legt sich auf eine Weiche.

Warum "Eine Nacht im Gleisbett"?

Ein Skandal: Bahn-Neubau für 20 Millionen Euro - nur für den Castor
Zehn Tage nach der "Nacht im Gleisbett" beginnen die Bauarbeiten auf der Strecke Lüneburg-Dannenberg. Der Gleiskörper wird völlig erneuert. Diese Investition von 20 Millionen Euro macht die Bahn nicht für den völlig unrentablen Personenverkehr auf dieser Strecke - sondern einzig und allein für den Castor. Dann sollte das Unternehmen wenigstens so konsequent sein und auch öffentlich dazu stehen, dass es sich hier um eine reine Atommüll-Bahn handelt. Wir wollen mit der "Nacht im Gleisbett" öffentlich darauf aufmerksam machen, wofür die Bahn ihr Geld ausgibt und sehen die Aktion auch als Auftakt für weitere Maßnahmen während der Bauarbeiten der "Atommüll-Bahn Lüneburg-Dannenberg".

Demonstrationsfreiheit muss auch auf Schienen gelten

Straßen werden für den Verkehr gesperrt, wenn eine Demonstration angemeldet ist. Gleiches muss auch endlich für öffentliche Schienenwege gelten. Wir wollen nicht länger akzeptieren, dass das Betreten der Gleise zum Zwecke einer Demonstration als Ordnungswidrigkeit gewertet wird. Die Auseinandersetzung um das Demonstrationsrecht auf Schienen währt rund um den Gorleben- Protest schon seit Jahren. Wie jeder Streit um die Veränderung von Rechtsauslegungen ist er sehr langwierig und zäh. Aber die Hälfte des Weges haben wir schon geschafft: In den meisten Fällen werden die Bußgeldverfahren inzwischen eingestellt. In der "Nacht im Gleisbett" nehmen wir uns das Recht auf Demonstration. Sollte es zu Ordnungswidrigkeits-Verfahren kommen, werden wir diese juristisch ausfechten, bis die Frage endlich geklärt ist.

Wir üben für den Tag X

Viele denken ja, sie sind langjährig widerstandserfahren und kennen sich aus. Trotzdem klappt beim Tag X nicht immer alles so wie gedacht. Beispielsweise ist es gar nicht so einfach, mit vielen Menschen auf die Schienen zu kommen. Deshalb wollen wir außerhalb von der Tag-X- Hektik gemeinsam üben, wie es möglich ist, trotz Polizeipräsenz ruhig und entschlossen unseren weg zu gehen.

Kraft und Mut für den Herbst tanken

Wir wollen eine schöne laue Sommernacht genießen, um neue Energie für den Herbst zu tanken. Wir hoffen, dass viele Menschen hier eigene Ideen einbringen: Gute-Nacht-Geschichten, Schlaflieder, Traumtänzer, Nachtmahl... Vielleicht gibt es in Pisselberg sogar Feen oder Gespenster. Am Abend wird es mit etwas Abstand zu den Schienen auch Angebote für Kinder geben.

Diese Aktion wird Ihnen präsentiert von WiderSetzen (aber machen müsst Ihr sie schon selbst)

Spenden bitte an WiderSetzen, c/o K. K asten,
Volksbank Wendland, Konto 121021 3000, BLZ 258 634 89

Bearbeitet am: 04.06.2003/ad


zurück zur Homepage