Wirtschaftszeitung AKTIV

AKTIV setzt sich aktiv für die Atomenergiekraft ein

Inhalt:

Aber weiß man in der Redaktion, was man tut?

Wir behaupten :

  • die Argumente werden wahllos vermischt
  • entscheidende Fakten werden ignoriert
  • Eine sichere Energieversorgung ist mit Atomkraft lediglich noch etwa 40 Jahre möglich

- „Nachhaltigkeit" kommt im Beitrag nicht vor

Was haben Rohöl, Spritpreise und Heizöl mit Atomenergie zu tun?

Teures Rohöl heizt Diskussion über den richtigen Energiemix an.

Es geht hier offensichtlich um reine Polemik, denn wo ist der Zusammenhang zwischen den Preisen für flüssige Energieträger und Atomstrom?

Umfragen und die Realität

Die Mehrheit möchte den Energiemix mit Kernkraft beibehalten. Das fand das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid (Bielefeld) vor kurzem heraus: 52 Prozent der Deutschen wollen auf Atomstrom im Energiemix nicht verzichten, nur noch 47 Prozent möchten ihn lieber ohne Kernkraft.

Bei Umfragen hängen die Antworten bekanntlich stark von der Fragestellung ab. So ging vor kurzem das Ergebnis einer Umfrage unter CDU-Mitgliedern (!) durch die Presse. Über 50 % sprachen sich gegen Atomkraft aus!

 

Was andere tun, ist immer richtig?

Machen wir uns nichts vor: Andere tun’s auch. In vielen Staaten gibt es eine Renaissance der Atomenergie.

Gut, tun wir’s auch. Doch was machen wir in 40 Jahren? Die Uranvorkommen werden in etwa vier Jahrzehnten als erste der terrestrischen Reserven erschöpft sein, obwohl Atomenergie nur 7 % des Weltenergiebedarfs deckt.

Heute neu errichtete AKW werden das Ende also noch „erleben".

Chinesen lächeln über unseren Ausstieg. Wirklich?

Chinesen lächeln nur höflich, wenn Deutsche vom Ausstieg schwärmen – und errichten vier neue Kernkraftwerke, meint der Verfasser.

Dazu die VDI-Nachrichten am 12,11.2004: China setzt auf erneuerbare Energien. Bis 2020 wolle das Land 12% seines Stroms aus Sonne, Wind und kleiner Wasserkraft beziehen, so Minister Trittin nach seinem jüngsten Besuch in China.

Wo bleibt die Biomasse?

Jörg Rothermel:

Die Regierung in Berlin setzt die Energiezukunft lieber in den Wind frei von Atomstrom, klimaschonend dank niedrigem Kohlendioxidausstoß, „natürlich" durch Wind-, Wasser- und Sonnenkraft – kurz: eine grüne Musterinsel der Sonnenseligkeit.

Eigenartig, die wichtigste Quelle, die Biomasse, bleibt unerwähnt. Strom aus Biomasse steht rund um die Uhr zur Verfügung, ist klimaneutral, löst so manches Umweltproblem, wie z.B. Güllegestank, und lässt sich flächendeckend installieren.

Das EEG ist tatsächlich ein Beitrag für die sichere Energieversorgung in der Zukunft. Wer das nicht erkennt, schaut vorsätzlich weg.

 

Wettbewerbsfähig, jetzt schon?

„Eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung gehört nicht zu den Zielen der Bundesregierung", sagt Dr. Jörg Rothermel.

Einseitig geurteilt. Wieso muss die Versorgung aus alternativen Quellen schon jetzt wettbewerbsfähig sein? Hat Herr Dr. Rothermel vergessen, wie es mit der Atomenergie begann?

Zitat von Prof. Radkau, Bielefeld:

 

Aber auch das normale Betriebsrisiko - die Unsicherheit, ob Kernkraftwerke zuverlässig funktionierten - war der Energiewirtschaft zunächst suspekt; es stellte sich als das entscheidende Hindernis bei den Verhandlungen um die frühen Kernkraftwerke heraus. Erst als der Staat neun Zehntel des Betriebsrisikos übernahm, wurde das erste deutsche Kernkraftwerk in Auftrag gegeben (Gundremmingen, 1962). Die hartnäckige Skepsis der Energiewirtschaft zeugt von weiser Voraussicht: Der vom Staat zur Risikodeckung verbürgte Höchstbetrag von etwa 100 Millionen DM wurde tatsächlich durch

Betriebsstörungen vollständig aufgebraucht.

Nur Sonne und Wind, sonst nichts?

Wind und Sonne jedenfalls können die Kernenergie nicht ersetzen:

Niemand behauptet, allein Wind und Sonne könnten die Kernenergie ersetzen. Und wieder wird die Biomasse nicht erwähnt. Sie eignet sich ideal für Stand-by-Kraftwerke. Aber auch die Geothermie und die Wasserkraft stehen rund um die Uhr zur Verfügung.

 

Atomenergie preiswert?

Aber preiswert soll Energie sowieso nicht sein.

Hierzu Hermann Scheer in der ZEIT:

Die Atomenergienutzung ist das Resultat einer gigantischen politischen Subventions- und

Privilegierungsmaschine. Für Forschung und Entwicklung der Atomenergie spendierten die OECD-Regierungen bis 1973 über 150 Milliarden Dollar (nach heutigen Preisen), für erneuerbare Energien dagegen praktisch nichts. Zwischen 1974 und 1992 waren es nochmals 168 Milliarden Dollar, für erneuerbare Energien dagegen nur 22 Milliarden. Die üppige Atomförderung der EU wird dabei gar nicht mitgezählt, und die französischen Zahlen sind bis heute geheim. Zusammen mit den vielfältigen Markteinführungshilfen und den Fördermitteln

der Nicht-OECD-Länder, allen voran denen des einstigen Sowjetblocks, liegt die gesamte Staatsförderung bei mindestens einer Billion Dollar - die für die erneuerbaren Energien dagegen lediglich bei 50 Milliarden. Seit 1957 helfen die IAEA und Euratom den Regierungen bei der Konzipierung von Atomprogrammen. Internationale Organisationen für erneuerbare Energien gibt es demgegenüber bis heute nicht.

Zusammenhang?

„In Deutschland haben wir inzwischen nach Italien die höchsten Energiepreise in Europa. Wenn die Strompreise weiter so steigen, wird das zum Sargnagel für den Standort."

Erstens: Was hier kritisiert wird, hat mit Ja oder nein zur Kernenergie nichts zu tun.

Zweitens: Der Strom macht nur etwa 20 % unseres gesamten Energieverbrauchs aus.

 

Vogel-Strauß-Politik?

Die Jumbo-Probleme liegen noch vor uns. Zum Beispiel der Crash von Atomausstieg und Kohlendioxid(CO2)-Sparen. Beides zusammen geht nicht.

Wie bitte? Auch dem Atomstrom sind bis zu 160 g/kWh CO2 zuzuschreiben. Außerdem würden wir CO2 durch Krypton 85 ersetzen, das in großen Mengen bei der sog. Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennstäbe emittiert wird und im Verdacht steht, hoch klimawirksam zu sein.

 

Auch W. Marnette „vergisst" die Biomasse,

wenn er behauptet, die Bundesregierung will den Bundesbürgern weismachen, dass man mit Windenergie dieses Land versorgen kann.

Kein seriöser Politiker kann das behauptet haben; also wiederum reine Polemik.

 

Anschrift der Redaktion:
Postfach 51 06 70, 50942 Köln
Tel.: +49 (0)221 49 81-0, Fax: +49 (0)221 49 81-2 58

E-Mail: redaktion@aktiv-wirtschaftszeitung.de


Eine Richtigstellung der
Fachgruppe Radioaktivität

Bearbeitet am: 08.12.2004/ad


zurück zur Homepage