Glauben und Hoffen

Betr.: Joachim Bublath, 08.11.2006

Eine Entgegnung der Fachgruppe Radioaktivität

Es ist schon bemerkenswert, wenn Herr Bublath sich mit Fragen der Kernenergie befasst, gibt es meist erhebliche Recherchedefizite.

1.    Wer hat ihm nur erzählt, Salz eigne sich gut für die Endlagerung?

Tatsächlich beruht diese Behauptung auf Glauben und Hoffen. Gründliche wissenschaftliche Untersuchungen gibt es nicht – mit einer Ausnahme. Die Forschungsarbeiten von Prof. den Hartog, Uni-Groningen, zeigen, dass man erhebliche Bedenken haben muss. Siehe Website der AkEnd unter „Protokoll“. Was hilft es, wenn Salz ein guter Wärmeleiter ist und hohem Druck widersteht, die Strahlung aber nicht aushält?

2.    Welche Wissenschaftler haben ihm erzählt, der Salzstock in Gorleben sei als Endlager geeignet?

Tatsächlich halten Prof. Grimmel, Uni-Hamburg, und Prof. Duphorn, Uni-Kiel, ihn für ungeeignet - und das aus sehr guten Gründen. Bitte lesen Sie Seite 123 das Buch im Buch „Kreisläufe der Erde“ von Prof.E.Grimmel,
ISBN 3-8258-8212-8:

Zitat:

„Der Salzstock ist nicht durch eine hinreichende mächtige und lückenlose Tondecke von den wasserführenden Schichten abgeschirmt.
Der Salzstock ist nicht in Ruhe, sondern bis in quartäre Zeiten aufgestiegen und steigt immer noch weiter auf.
Der Salzstock hat durch Salzauflösung bereits einen großen Teil seiner Substanz verloren und wird noch weiter abgelaugt.
Darüber hinaus ist zweifelhaft, ob Salz grundsätzlich für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle geeignet ist. Durch unkontrollierbare Reaktionen des Salzes (Radiolyse), initiiert durch Wärmeeintrag und Strahlung, ist die Stabilität des Salzstocks gefährdet“.

Grimmels Ergebnisse decken sich weitgehend mit denen von Prof. Duphorn. Duphorn kennt viele Salzstöcke in Deutschland und würde, wäre eine Rangfolge der Eignung für ein Endlager gefragt, den Gorlebener Salzstock auf einen der hinteren Plätze  stellen.

Beide sind die wohl besten Kenner dieses Salzstocks.

3.    Wer hat ihm nur erzählt, ohne Aufarbeitung sei das Volumen des radioaktiven Abfalls um ein 15-Faches größer als zuvor?

Es ist genau umgekehrt!
Das Volumen bei der sog. Aufarbeitung wird um ein Vielfaches vergrößert! Warum vergleicht Herr Blubath nicht einfach einmal die Mengen, die bei den Aufarbeitungsfabriken an- und abtransportiert werden?
Die ganze Aufarbeitung gibt es nur aus zwei Gründen, Gewinnung von Plutonium und Alibi für die Entsorgung. Warum wohl sonst würde man sich das teure Verfahren (ausnahmsweise richtig beobachtet) wohl leisten?

4.    Zum Schacht Konrad meint Herr Bublath, die Stollen seien für ihre Aufgabe vorbereitet, jedoch müssten noch einige Umrüstarbeiten erfolgen. Dann wäre Schacht Konrad als Endlager bereit.

So einfach ist es jedoch nicht.

Im Gebiet von Schacht Konrad hat es in den 30er Jahren Erkundungsbohrungen nach Erdöl gegeben. Über die alten Bohrungen, die damals natürlich nicht in Hinblick auf Strahlenschutz verfüllt worden sind, könnte Radioaktivität nach oben kommen.
Ein anderer Kritikpunkt ist, dass es zu den gesamten tatsächlichen Gesteinsformationen vor Ort nur zwei Erkenntnisquellen gibt, eine Erkundungsbohrung und den Schacht selbst. Alles andere ist rechnerische Fortschreibung mit veralteten Rechenprogrammen aus den 80er Jahren.
Das soll durch „einige Umrüstarbeiten“ „erledigt“ werden?

Eine Richtigstellung der
Fachgruppe Radioaktivität

Bearbeitet am: 16.11.2006/ad


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