ddp (Nachrichtenagentur GmbH) – eine neue Nachrichtenagentur.
Sie berichtet über das Endlager Asse.

Hat dpa nun eine seriöse Konkurrenz?

Wohl kaum.

Ddp im Internet:

ddp heißt die neue Nachrichtenagentur für Deutschland - und sie ist mehr als nur ein schneller News-Lieferant für Politik, Wirtschaft, Vermischtes, Kultur ... ddp garantiert journalistisch hochwertige, moderne Inhalte.  

Ddp hat sich offenbar in Asse umgeschaut und mit einer Meldung vom 24. Februar 2004 darüber berichtet. Dabei handelt es sich um eine Fehlleistung, die ddp sicherlich so schnell niemand nachmacht.

Ddp meint offenbar, Salz sei als Endlagermedium geeignet. Ddp glaubt, alle Endlagerprobleme scheinen gelöst zu sein und die Endlagerung würde genau erforscht. Klar ist nur eines: Der Autor hat nichts verstanden. Oder ddp verbreitet gezielt eine Meldung von interessierter Seite.  

 

Atomarer Testfall - Forschungsbergwerk Asse wird geschlossen
(die gesperrt gedruckten Teile sind der ddp-Meldung entnommen)
 

Remlingen (ddp-nrd)

Keine Fakten geschaffen! Während seit Jahren über die Eignung des Gorlebener Salzstocks als mögliches Endlager für hochradioaktive Abfälle gestritten wird, schaffen Ingenieure in der Asse bei Wolfenbüttel mit Hilfe der Natur bereits Fakten, so wird ausgeführt.
Der ddp-Autor verbindet zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. Das Lager Asse war nie für hochradioaktive Abfälle vorgesehen und es wurden auch nie hochradioaktive Abfälle dort eingelagert, noch nicht einmal zu wissenschaftlichen Zwecken. Deshalb geht jeder Hinweis auf Gorleben ins Leere.

Hitzeentwickelnde Abfälle? Denn deutsche Wissenschaftler favorisieren Salz auf Grund seiner Stoffeigenschaften als Aufbewahrungsort für stark Hitze entwickelnde radioaktive Abfälle, so meldet ddp.
Das ist verwirrend. Denn Asse hat mit stark hitzeentwickelnden („wärmeentwickelnde" müsste es übrigens auch hier heißen) Abfällen nichts zu tun. Salz als Wirtsgestein für die Endlagerung hoch aktiver Abfälle hat unbestritten einige vorteilhafte Eigenschaften. Doch hegen namhafte Wissenschaftler begründete Zweifel an dessen Eignung. Staaten wie z.B. Kanada und die Niederlande haben ihre Planungen für ein Endlager in Salz aufgegeben. In den fast 40 Jahren der Existenz des „Forschungsbergwerks" wurde nicht ein einziges Experiment mit einem abgebrannten Brennelement oder hochaktivem Abfall aus der Wiederaufarbeitung (Glaskokille) durchgeführt.

Fässer korrodieren bei Wasserzutritt auf jeden Fall!
Zudem hat Salz eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Dadurch wird ein Hitzestau (Hitzestau? Wärmestau!) bei stark wärmeentwickelnden hochradioaktiven Abfällen, wie sie derzeit aus Mangel an einem Endlager im Zwischenlager Gorleben liegen, von vornherein vermieden. Dies haben Versuche im Bergwerk belegt.

Zwar hat Salz eine „hohe" Wärmeleitfähigkeit. Aber was heißt das in der Praxis? Ist die Leitfähigkeit für den vorgesehenen Zweck hoch genug? Die Antwort ist: NEIN! Denn neben der Wärme wirkt die ionisierende Strahlung. Beides gemeinsam kann für eine radiolytische Zersetzung des Salzes sorgen – mit wenig erforschten Folgen.

Mangel an einem Endlager?
Die Abfälle lagern keineswegs aus Mangel an einem Endlager im Zwischenlager Gorleben. Der Grund ist die Notwendigkeit einer Lagerung von ca. 30 Jahren, um Wärmeentwicklung und Strahlung zu reduzieren.

Keine Versuche mit Kobalt 60!
Bis Mitte der 90er Jahre haben Wissenschaftler die Asse auf die mögliche Eignung als Standort für ein Atommüllendlager untersucht. Dazu wurden unter anderem Kobalt-60-Quellen versuchsweise in den Salzstein eingelassen, um gleichzeitig die Wirkung von Wärme und Strahlung auf das
Salz zu ergründen, so ddp.

In Asse wurden jedoch bisher lediglich Simulationsversuche mit konventionellen Wärmequellen durchgeführt. Zwar wurden Kobalt 60-Strahlenquellen für Versuche in den USA erworben, doch wurden diese nie nach Deutschland geliefert. Die Mitteilung über die Versuche mit Kobalt ist also in doppelter Hinsicht unzutreffend.

Wirkung einer chemischen Barriere völlig unbekannt Bevor die Anlage jedoch für alle Zeiten verschlossen werden kann, muss die GFS noch ein Problem beseitigen. Seit Ende der 80er Jahre gefährdet austretende Salzlauge die Atommüllfässer im Forschungsbergwerk. Sollte der strahlende Abfall irgendwann mit Wasser oder der Salzlösung in Kontakt kommen, würden die Fässer verrosten und radioaktive Teilchen könnten möglicherweise ins Grundwasser gelangen. Dies soll durch eine chemische Barriere verhindert werden.

Schmidt ist von der Lösung überzeugt. Seiner Ansicht nach hat die Radioaktivität «kaum eine Chance, in die Biosphäre zu gelangen.

Dieser Absatz enthält seltsame Mitteilungen. Wie oben ausgeführt, tritt Wasser in das Bergwerk ein. Das Salz wird abgelaugt und dadurch entsteht Salzlauge. „Wasser oder Salzlauge" ist deshalb Unfug. Im Salzbergwerk bzw. im Salz kann es naturgemäß kein Wasser ohne Salzgehalt geben. Selbstverständlich werden die Fässer durch den Kontakt mit dieser Lauge verrosten. Und selbstverständlich gelangen die radioaktiven Teilchen dann ins Grundwasser und damit in die Biosphäre. Wie dieses durch eine chemische Barriere verhindert werden kann, wird wohl das Geheimnis des Informanten der ddp bleiben. Die Nutzung von Asse als Endlager für schwach und mittel aktiven Abfall wurde übrigens damit begründet, dass ein Eindringen von Wasser in das Bergwerk auf der Grundlage „wissenschaftlicher" Erkenntnisse während einer Million Jahren auszuschliessen sei. Es dauerte gerade einmal ca. 30 Jahre, bis die Praxis die „Wissenschaft" widerlegt hat.

Lösung in Sicht? Doch wohl nicht!
Schmidt ist von der Lösung überzeugt
, so wird behauptet. Welche Lösung das sein könnte, oder ob gar die erwähnte Salzlösung gemeint ist, darf der Leser raten.  


Eine Richtigstellung der
Fachgruppe Radioaktivität

Bearbeitet am: 04.05.2004/ad


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