Der „Süddeutschen" ist der CASTOR nicht bekannt!

Inhalt:

Vorwort

Die „Süddeutsche Zeitung" genießt einen ausgezeichneten Ruf. Enttäuschend, dass sich die online-Ausgabe einen solchen „Ausreisser" leistet. Offenbar haben die Redakteure noch nie vom CASTOR gehört und mussten auf Agenturinformationen zurück greifen.

 

Was genau ist eigentlich in einem Castor-Behälter, so fragt die „Süddeutsche-online" und gibt
erstaunlich unbedarfte Antworten.

Hierzu die Fachgruppe Radioaktivität:

- Der Müll wird nicht „verbrannt", denn dann wäre er ja nicht mehr da. Tatsächlich werden abgebrannte Brennstäbe zu horrenden Kosten „wiederaufgearbeitet". Dabei verlässt ein vielfaches Volumen hochradioaktiven Mülls die Aufarbeitungsfabrik, verglichen mit der angelieferten Menge.

  • die Behälter bestehen keineswegs aus Edelstahl, sondern aus Gusseisen, was weiter unten ja auch erwähnt wird.
  • Das Gewicht eines Behälters beträgt nicht lediglich 100, sondern über 110 Tonnen.
  • die Wände der Behälter sind axial mit Bohrungen versehen, so dass von der Wanddicke nur etwa 30 Zentimeter „wirksam" sind.
  • Was meint die SZ mit Abkühlung? Auch nach 30 Jahren beträgt die Temperatur der Behälter immer noch mehr als die Hälfte der „Anliefertemperatur" von ca. 90 bis 100 °C, weil z.B. die Wärmeabgabe auch nach 40 Jahren erst auf etwa 50 % abgesunken ist.
  • Die Transportbehälter werden mit nur einem Deckel transportiert, der zweite wird erst nach Ankunft im Zwischenlager montiert.
  • Die Abdichtung wird undeutlich beschreiben. Die Deckel besitzen eine Dichtung, die sich am, nicht im Deckel befindet.
  • Die CASTORen werden keineswegs harten Sicherheitstests unterzogen. Die am 9.November in Gorleben eingetroffenen Behälter wurden überhaupt nicht geprüft, schon gar nicht in einem Falltest. Geprüft wurden Behälter, die konstruktiv stark von den derzeit verwendeten Modellen abweichen. Die Testergebnisse werden auf die heute verwendeten Behälter „umgerechnet", was höchst problematisch ist.
  • Die Behauptung, die Behälter würden auch einen Aufprall des Zuges bei Tempo 100 auf eine feste Wand unbeschadet überstehen, entspringt reinem Wunschdenken. Es gab bisher keinerlei reale Versuche, die das belegen.
  • Die Behälter sind nicht nur unzureichend, sondern überhaupt nicht gegen Terrorakte, z.B. gegen Beschuss mit einer Panzerfaust, geschützt.

Hinweis der Castor-Nix-Da Redaktion:

Weitere Links zum Thema Castor-Behälter:


Der Original-Artikel:

08.11.2004 12:09 Uhr

Was genau ist eigentlich...

...in einem Castor-Behälter?

Immer wenn unser Atommüll wieder nach Deutschland kommt, ist von Castor-Behältern die Rede. Was genau darin ist und wie der Atommüll transportfähig gemacht wird.

 

sztg04.jpg.jpg (5465 Byte)Foto: ddp
Stein des Anstoßes: Castor-Behälter auf dem Weg nach Gorleben

Der deutsche Atommüll wird in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague verbrannt. Dabei entstehen nicht wiederverwertbare radioaktive Spaltprodukte. Diese werden zu einem Oxidpulver verarbeitet, bei 1100 Grad mit einem Glasgranulat verschmolzen und in zylindrische Edelstahlbehälter gefüllt.

Der Castor HAW kann 28 dieser Glaskokillen aufnehmen. Jede Kokille hat ein Fassungsvermögen von 400 Kilogramm. Das Leergewicht eines HAW-Behälters beträgt hundert Tonnen, seine Länge 6,87 Meter, die Breite 2,48 Meter. Der HAW 20/28 besteht aus etwa 40 Zentimeter dicken, zylindrischen Gusskörpern.

HAW steht für „High Active Waste" - hochradioaktiven verglasten Abfall, der bei der Wiederaufarbeitung verbrauchter Brennelemente anfällt. Castor ist eine Abkürzung für die englische Bezeichnung „cask for storage and transport of radioactive material", was übersetzt Tonne für die Aufbewahrung und den Transport von radioaktivem Material heißt.

Castor braucht 20 bis 30 Jahre zur Abkühlung

Die Transportbehälter werden mit übereinanderliegenden Edelstahldeckeln verschlossen, in denen sich die Dichtungssysteme und sämtliche Anschlüsse für die Überprüfungseinrichtungen befinden. Über rippenförmige Lamellen an der Außenseite des Castors wird die Wärme, die das radioaktive Material erzeugt, nach außen abgegeben. Im atomaren Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben kühlen sie 20 bis 30 Jahre ab.

Vor dem Einsatz werden die Castoren nach Angaben der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) als Herstellerfirma harten Sicherheitstests unterzogen. Dazu zählt ein Falltest aus neun Metern Höhe auf Stahlbetonplatten.

Laut GNS würden die Behälter auch einen Aufprall des Zuges bei Tempo 100 beispielsweise auf eine feste Wand unbeschadet überstehen. Nach Auffassung von Atomgegnern stellen die Behälter allerdings grundsätzlich ein Risiko dar, da es auf dem Transport zu Unfällen kommen könne und sie unter anderem nur unzureichend gegen Terrorakte geschützt seien.

Zwischenlager Gorleben bis 2034 genehmigt

Das Zwischenlager in Gorleben wurde 1983 fertig gestellt. Die 182 Meter lange und 20 Meter hohe Halle wurde aus Stahlbeton errichtet. Die Außenwände sind mit Aluminiumblechen verkleidet. Durch große Zu- und Abluftöffnungen wird die Abwärme der Behälter nach außen geleitet.

In der Halle gibt es maximal 420 Stellplätze. Betreiber der Anlage ist die Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG). Die Genehmigung des Lagers ist bis zum 31. Dezember 2034 befristet.

(AFP/dpa)


Eine Richtigstellung der
Fachgruppe Radioaktivität

Bearbeitet am: 04.01.2005/ad


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