Wirtschaftswoche

Nr. 33/2006

Unkritisch und schlecht informiert beim Thema Gorleben

Eine Entgegnung der Fachgruppe Radioaktivität

Atommüll > Stabile Gänge <

Der Autor war von dem im Schacht Konrad Erlebten offenbar so begeistert, dass ihm anschließend das kritische Denken abhanden gekommen ist.
Wie anders sind seine folgenden Auslassungen zu verstehen?

Zitat:
> Nach einem Gutachten des Bundesamts für Strahlenschutz gibt es keine grundsätzlichen
Zweifel, dass Salzstöcke als Endlager für wärmeentwickelnden nuklearen Abfall geeignet
sind. In Gorleben ruhen jedoch aus politischen Gründen seit fast sechs Jahren die 1986
begonnenen unterirdischen Erkundungsarbeiten.
<

Hier werden zwei Aspekte zusammengebracht, die nicht zusammengehören.
Selbst wenn es wahr wäre, was jedoch noch keineswegs erwiesen ist, dass Salzstöcke geeignet sind, so hat das mit dem Moratorium in Gorleben nichts zu tun. Das Moratorium hatte darüber hinaus keine politischen Gründe. Laut BfS sollten in dieser
Zeit sicherheitstechnische und konzeptionelle Einzelfragen der Endlagerung bearbeitet
werden.
(Zeitschrift atw, Heft 3/2006 S. 181)

Und ein weiteres Zitat aus dem WiWo-Artikel:
< Sie sollten Aufschluss darüber geben, ob der Salzstock, der einige 100.000 Jahre alt
ist, tatsächlich als Mülllager geeignet ist. "Jetzt gilt es, die Erkundung in Gorleben
möglichst schnell abzuschließen", drängte noch vor Kurzem Walter Hohlefelder,
Präsident des Deutschen Atomforums und Vorstandsmitglied des Stromversorgers
E.On.<

Der Glaubwürdigkeit des WiWo-Autors hätte es gut getan, wenn er ein wenig recherchiert hätte. Man stößt dabei auf Prof. Grimmel. Er und Prof. Duphorn sind wohl die besten Kenner des Gorlebener Salzstocks. Zitat Prof. Grimmel:

„Der Salzstock ist nicht durch eine hinreichende mächtige und lückenlose Tondecke von den wasserführenden Schichten abgeschirmt.
Der Salzstock ist nicht in Ruhe, sondern bis in quartäre Zeiten aufgestiegen und steigt immer noch weiter auf.
Der Salzstock hat durch Salzauflösung bereits einen großen Teil seiner Substanz verloren und wird noch weiter abgelaugt. Darüber hinaus ist zweifelhaft, ob Salz grundsätzlich für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle geeignet ist. Durch unkontrollierbare Reaktionen des Salzes (Radiolyse), initiiert durch Wärmeeintrag und Strahlung, ist die Stabilität des Salzstocks gefährdet".

Nachzulesen auf Seite 25 in seinem Buch „Kreisläufe der Erde" ISBN 3-8258-8212-8.

Niemand hat ihn bisher widerlegen können.
Die Betreiber der Kernkraftwerke müssten also schon aus sachlichen Gründen andere Standorte prüfen. Das dürfte auch der Grund für den Wunsch des Ministers sein und nicht lediglich der, sein Gesicht zu wahren.

24.08.2006


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Eine Richtigstellung der
Fachgruppe Radioaktivität

Bearbeitet am: 02.09.2006/ad


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