X-tausendmal quer

Große Schienenblockade des Castor-Transportes nach Gorleben

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Es ist sehr ermutigend, daß immer mehr Menschen für den Ausstieg aus der Atomenergie aktiv werden. Wir erleben, daß sich die Zahl der QuerstellerInnen im Wendland von Castor zu Castor verdreifacht. Gorleben ist längst zum inter-nationalen Symbol für erfinde-rischen und erfolgreichen Wider-stand gegen eine lebensgefähr-liche Technologie und ihre Betrei-ber geworden. Der Widerstand geht durch alle Bevölkerungs-schichten, durch kommunale Or-gane und Verbände: Gemeinden verweigerten die Nutzung von Sporthallen als Massenquartiere für BGS und Polizei.

 Die Vision

Zu Tausenden versammeln sich Menschen aus allen Teilen der Republik gemeinsam auf den Gleisen zwischen Lüneburg und Dannenberg. Sie be-absichtigen, mit einer kilometerlangen Blockade diesen Transportweg für die nächste Atommüllfracht unpassierbar zu machen. Für viele ist es das erste Mal, in einer derartigen Aktion selbst Verantwortung zu übernehmen und Eigeninitiative zu entwickeln. Andere waren schon früher dabei, gemeinsam bereiten sie sich in Bezugsgruppen vor und nutzen den Rückenwind der Freiheit, die sie durch ihr selbständiges Handeln gewonnen haben. Dieser Wind weht schon lange in der "Republik Freies Wendland" ; und er sorgt von Mal zu Mal wirksamer dafür, daß sich die Castor-Transporte ins Wendland zu einer Chance entwickeln, alle Atom-anlagen stillzulegen und endlich naturverträgliche zukunftsweisende Tech-nologien umzusetzen. Das Erlebnis, in Gemeinschaft mit vielen anderen verantwortungsbewußten Menschen auf lebhafte Weise für das Leben einzutreten, macht Mut, den nächsten Schritt zu tun, den übernächsten zu planen und den dritten zu denken.

SchülerInnen besetzten die Hallen und wurden dabei von Eltern und der "Bäuerlichen Notgemeinschaft" unterstützt. Der Kreistag des Landkreises Lüchow-Dannenberg weigerte sich, ein Demonstrations-verbot zu erlassen, und der Wasserbeschaffungsverband be-schloß, die Wasserentnahme für Wasserwerfer zu sperren.

Rund um den letzten wend-ländischen "Tag X" im März 1997 konnte die Phantasie und Vielfalt des hiesigen Widerstandes erlebt werden. Eine der beeindrucken-desten Aktionen war die gewalt-freie Sitzblockade der Castor-Strecke kurz hinter dem Dannen-berger Verladekran. Unter dem Motto "X- tausendmal quer" verbrachten bis zu 9.000 Men-schen 52 Stunden auf dieser Straße.

 

Die Polizei hatte größte Mühe, die Strecke für den Castor freizu-bekommen. Die Bilder der Räu-mung gingen um die Welt. Der dadurch entstandene politische Druck war immens.

 

Im März dieses Jahres schaute die Republik auf den bislang größten Atommülltransport quer durch Deutschland ins westfälische Ahaus. Trotz des kurzfristig vor-verlegten Termins konnte nicht verhindert werden, daß der Zug immer wieder von vielen spon-tanen Aktionen Tausender ge-stoppt wurde und mit erheblicher Verspätung im dortigen Zwischen-lager ankam. Die widerständige Bevölkerung vor Ort und alle, die sie unterstützt haben, konnten damit klarstellen, daß Ahaus nicht die billige Alternative zu Gorleben ist, sondern daß der Widerstand gegen eine verantwortungslose Energiepolitik immer neue Kreise zieht.

Direkt nach der Bundestagswahl im Herbst 1998 soll wieder ein Castor-Transport nach Gorleben rollen. Damit bekommen wir die einmalige Chance, der neu gewählten Bundesregierung - egal welcher Couleur - sehr schnell deutlich zu machen, wie die Bevölkerung in diesem Land zur Atompolitik steht.

Solange der Ausstieg aus der Atomenergie nicht erreicht ist, solange unserem Widerstand mit Polizeigewalt begegnet wird und das Grundrecht auf Demon-strationsfreiheit Stück für Stück verloren geht, werden wir uns X-tausendmal querstellen.

Das Streckenkonzept

Die große Schienenblockade von "X-tausendmal quer" ist Teil des sogenannten Streckenkonzeptes des Gorleben-Widerstandes. Grundidee ist es, diesmal viele Aktionen von der Straße auf die

Gleise vor dem Dannenberger Verladekran zu ziehen. Dieses Konzept hat den großen Vorteil, daß dadurch weitere Aktionen und Blockaden , dann auf der Straße,möglich sind. Bekanntlich liegt ja zwischen Schiene und Straße der Kran, und das heißt: ausreichend Zeit, sich neu zu organisieren, denn die Verladung dauert einen Tag.

Die Aktion

Zu Tausenden werden wir uns gut vorbereitet und entschlossen,auf die Schienen der Castor-Strecke zwischen Lüneburg und Dan-nenberg setzen und sie blockieren. Wir werden uns auch durch ein eventuell verhängtes Versammlungsverbot nicht von unserem Vorhaben abbringen lassen.

Es ist vorstellbar, daß weitere kre-ative gewaltfreie Aktionen sich auf Basis der großen Sitzblockade, quasi aus ihr heraus, an anderen Orten entwickeln. Dabei sollten alle ,ob "Fortgeschrittene" oder "AnfängerInnen" sich mit den eigenen Grenzen und Handlungs-spielräumen und denen der an-deren AktionsteilnehmerInnen aus-einandersetzen. Unsere Aktionen werden wir miteinander ab-sprechen und uns im Konsensver-fahren verständigen.

Wir müssen damit rechnen, daß "X-tausendmal quer" mit polizei-licher Gewalt begegnet wird. Uns wird das weder überraschen noch aus der Fassung bringen. Wir werden die zu erwartenden Situationen trainieren und uns gut vorbereitet auf den Schienen niederlassen. Der Erfolg des Widerstandes im Wendland beruht auf seiner phantasievollen Vielfalt, sowie auf seinem breiten Konsens bei allen Aktionen niemals Men-schen zu verletzen oder zu ge-fährden. Dies und das Vertrauen in, die Verlässlichkeit der zuvor getroffenen Übereinkunft waren die Grundlagen des Erfolges der Aktion von "X-tausendmal quer" im Frühjahr 1997. Die neue Aktion für den nächsten Castor-Transport nach Gorleben orientiert sich an den gleichen Prinzipien.

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Das Bewährte

 

Wenn tausende von Menschen sich zu einer Gewaltfreien Aktion zusammenfinden, sind trans-parente Entscheidungsstrukturen und guter Informationsfluss für jede/n wichtig. Entscheidungen haben sich dann als besonders tragfähig erwiesen, wenn jedem/r einzelnen die Möglichkeit gegeben ist mitzuentscheiden.

Die große zweitägige Sitzblockade vor dem Castor-Verladekran in Dannenberg im März 1997 konnte nur so gut funktionieren, weil viele TeilnehmerInnen sich schon vorher oder auch während der Aktionstage in Bezugsgruppen zusammengeschlossen hatten. Die SprecherInnen der Bezugsgruppen treffen regelmässig im Sprecher-Innenrat zusammen und beraten über anstehende Probleme und fällen in Übereinstimmung mit ihren Gruppen die Entscheidungen nach dem Konsensprinzip. Für unsere ganze Aktion gilt die Übereinkunft, in der wir im Vorfeld vereinbaren, wie wir uns verhalten werden und welchen Zielen wir uns verpflichtet fühlen. Dies ermu-tigt viele Menschen, sich am ge-waltfreien Widerstand zu beteiligen.

Die gemeinsame Vorbereitung auf "X-tausendmal quer" soll zu verbindlichen Absprachen unter-einander führen, die sicherstellen, daß keine/r aufgrund von Grup-pendruck oder eigener Nervosität an Handlungen teilnimmt, die er/ sie später bereut. Der Umgang mit eigenen Ängsten, schnelle und effektive Konsensentscheidungen, Grundfragen zu Gewaltfreier Ak-tion und die konkrete Vorbereitung der Gruppe auf die Blockade: das sind u.a. Themen eines Trainings in Gewaltfreier Aktion. Einzelne können an offenen Trainingsan-geboten teilnehmen, während für feste Gruppen TrainerInnen gezielt vermittelt werden.

In öffentlichen Ankündigungen er- klären schon vorher mehrere tau-send Menschen, daß sie die Ab-sichtserklärung zur Teilnahme an der Aktion unterschrieben haben oder daß sie die Aktion solidarisch unterstützen. So können wir nicht nur während des Tag X , sondern auch schon im Vorfeld politischen Druck ausüben und weitere Men-schen zur Beteiligung an den Aktionen Zivilen Ungehorsams rund um den 4. Castor-Transport nach Gorleben gewinnen.

Das Juristische

 

Auf den blockierten Schienen findet zum Zeitpunkt der Aktion kein anderer Zugverkehr statt.

Falls es wieder ein Versammlungs-verbot auf den Gleisen gibt, so kann der Verstoß dagegen als Ordnungswidrigkeit belangt wer-den. Ebenfalls eine Ordnungs-widrigkeit ist das "Unbefugte Betreten von Gleisanlagen".

Doch das Übertreten dieser Ver-bote ist für uns angesichts der atomaren Bedrohung legitim und notwendig, ein bewußter und offener Akt des Zivilen Unge-horsams aus Verantwortung ge-genüber den kommenden Gene-rationen.

Ob der Straftatbestand der Nöti-gung bei Castor-Sitzblockaden er-füllt ist, ist umstritten. Bisher ist es trotz unzähliger Blockaden zu keinem einzigen Nötigungsver-fahren gekommen. Auch gab es bisher am Tage des Castor-Transportes nach Gorleben selbst kaum Personalienfeststellungen (dazu hatte die Polizei gar keine Zeit). Somit ist auch die Wahr-scheinlichkeit eines Bußgeld- oder Strafverfahrens gering.

Sollte es im Zusammenhang mit "X-tausendmal quer" trotzdem zu solchen Verfahren kommen, so werden wir die Auseinandersetzung mit der Justiz nicht scheuen und mögliche Folgen solidarisch tragen.

Die Vorbereitung

Schickt bitte möglichst schnell die Rückmeldung  (entweder per Post oder eMail)   mit der Absichts- oder Solidaritätserklärung zurück an "X-tausendmal quer". Bestellt weitere Aufrufe und verteilt sie reichlich. Erkundigt Euch bei uns nach potentiellen Mitblockierer-Innen in Eurer Nähe und schliesst euch zu Bezugsgruppen zusammen. Dies hat sich in der Vergan-genheit als sehr sinnvoll erwiesen. Ebenfalls sehr hilfreich ist die Teilnahme an einem Training in gewaltfreier Aktion. In Rundbriefen werden wir Euch rechtzeitig über weitere Details informieren, z.B. den Standort des Camps, die Liste der notwendigen Ausrüstung und den genauen Zeitplan. Zum Schluß noch eine Bitte: Die große Schie-nenblockade erfordert zur Vor-bereitung, Durchführung, für Zei-tungsanzeigen und den Druck dieses Flugblattes viel Geld - deshalb sind wir auf Eure Spenden angewiesen. Danke!

Anmerkung der Castor-Nix-Da Redaktion:
Den Rückmeldebogen und Bestellvordruck für Infomaterial  bekommen Sie angezeigt.
Bitte senden Sie diesen per Post oder
eMail an die Kontakt Adresse:

Der Kontakt

 

 

 

Das Aktionskonto

X-tausendmal quer

 

Karmitz Nr. 5b

 

29482 Küsten

 

Telefon:05864/986904

 

Fax:05864/986905

 

eMail:

X-1000quer@t-online.de

 

 

 

Klaus Kasten

 

Kto-Nr.1210213000

 

BLZ 258 634 89

 

Volksbank Wendland

Anmeldung für Trainings in Gewaltfreier Aktion bitte  an die unten genannte Adresse (geht leider nur per Post) schicken!
  • Ich möchte an einem Training in Gewaltfreier Aktion teilnehmen.
  • Meine Gruppe möchte an einem Training in Gewaltfreier Aktion teilnehmen.
  • Ich habe Interesse, mich zur/m TrainerIn fortbilden zu lassen.
KURVE Wustrow Büro Hamburg

Güntherstr. 94

22087 Hamburg

Name:
Straße:
Wohnort:

 

Telefon/Fax:

 

Bearbeitet am:24.06.1998 /ad


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