Leserbrief der

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vom 25.05.1998

Von den eigenen Sponsoren aufs Kreuz gelegt

Betrifft: Castor-Skandal

 

Haltet den Dieb", ruft der Abgeordnte G. aus Breese",wo ist der Feuermelder?" fragt der Brandstifter. Wir kennen solche Szenarien, wenn die Ertappten ablenken und die Flucht ergreifen wollen. Zu.spät, nun werden sie alle von der eigenen Sponsorenvereinigung aufs Kreuz gelegt (wie bei Goethes Zauberlehrling).  

Wo sind denn nun alle ProAtom-Edel-Christdemokraten im Landkreis, die in den letzten 20 Jahren so ertragreich mit der Atomindustrie zusammengearbeitet haben? Wo sind sie denn, die Verharmloser, Verschleierer, die Manipulateure, die Denunzianten und ihre billigen Mitläufer? Tauchstation, wahrscheinlich schon immer inhaltlich distanziert und bald erklärend, eigentlich Kernkraftgegner gewesen zu sein. Wie Kurt-Dieter Grill, den wir alle bloß nicht richtig verstanden haben, wie auch Frau Merkel, die vielleicht bis jetzt geglaubt hat, im Castor sei wirklich Backpulver.

In der deutschen Geschichte haben die Begrifflichkeiten des Nichts-gewußt-haben", des Wir-konnten-eh-nichts-machen" eine traurige und unsägliche Tradition; sie stellen aber auch ein Vermächtnis für die künftigen Generationen dar, nämlich denen nicht mehr zu glauben, die mit Nichtwissen, Nichtkönnen die Mißachtung öffentlichen Interesses über Jahrzehnte entschuldigen wollen.

 Und noch eine Lehre gibt es: Ertappt werden schließlich alle die kleinen und die großen Gauner, die lauten und die leisen Lumpen, die Täuscher und die Trickser die Selbstbetrogenen und die Werkzeuge wie auch die für die das materielle Rahmenprogramm "Gorleben" nur die Peanuts-Dimension hat.

 Knut Schwarting, Lüchow 

Bearbeitet am: 29.05.1998/ad


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