Leserbrief der

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vom 06.06.1998

Das Signal zur Umkehr

Betrifft: unzulässig verstrahlte Atommüllbehälter

Nein, es ist nicht die Stunde des 'Triumphes, des selbstgerechten Auftrumpfens: "Wir haben es ja schon immer gewußt!" Natürlich könnte man jetzt fragen, ob die gefährliche Parole der Autonomen, "legal illegal - scheißegal", nicht zur Richtschnur der Atomenergiebetreiber und ihrer (Nicht-)Kontrolleure geworden ist, und selbstverständlich ließe sich in Richtung Bonn rätseln, wo das "unappetitliche Pack" denn nun wirklich sitzt.

Aber darum kann und darf es nicht gehen. Der Skandal um den Castor muß - nach Harrisburg und Tschernobyl - endgültig das Signal zur Umkehr werden, denn er hat gezeigt: Schon im Normalbetrieb ist die Kernenergie Mit Kräften nicht unter Kontrolle zu halten. Viele Gespräche, aber auch die Debatten, Stellungnahmen und Kommentare im Wendland haben, von wenigen unbelehrbaren Betonköpfen einmal abgesehen, gezeigt, daß auch bislang eher technikfreundlichen Menschen Zweifel kommen und ihre Überzeugung von der Sicherheit der Atomenergie erschüttert ist. Hier sollte das Gespräch ansetzen, sollten Wege gefunden werden, um die politischen Schützengräben im Wendland zwischen Kernenergie-Duldern (Befürworter gibt es ja kaum noch) und,Atonikritikern einzuebnen.

Bislang hat der Castor gespalten, nun ist es Zeit, daß er uns zum gemeinsamen Nachdenken, zur Umkehr zwingt - schwer genug wird es werden.

Axel Kahrs, Lüchow

Bearbeitet am: 06.06.1998/ad


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