Leserbrief der

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vom 20.06.1998

Den Sellafield-Vertrag kündigen
Betrifft: Tauben von Sellafield

 

Die von verschiedenen europäischen Strahlenlabors untersuchten Tauben aus Sellafield im Umfeld der dortigen Wiederaufbearbeitungsanlage sind so stark mit Langzeitstrahlern verstrahlt (Americium mit 18 000, Plutonium mit 26 000 Bequerel per kg, Grenzwerte liegen um 1000 BqI per kg), daß sie hochradioaktiver Müll (HAW) sind. Die Betreiber ließen die Tauben nach öffentlichem Bekanntwerden zu Hunderten in einer geradezu panikartigen Aktion vernichten, verbuddeln und "entsorgen". Die an diesen Tauben ebenfalls gemessene radioaktive Verseuchung auf der Oberfläche ihres Gefieders mit Kurzzeitstrahlern (z. B. Cäsium bis 30 Tage, andere bis zu einem Jahr) beweisen, daß diese Verstrahlung nicht nur von Altlasten direkt auf dem Gelände der Sellafield-Atomanlagen stammen, sondern entsprechend der Futtersuche auch im weiteren Flugumfeld um die Anlagen zu suchen sind.

Tauben leben in Menhennähe. Durch radioaktiv verseuchte Federstäube können radioaktive Teilchen eingeatmet und Haus und Garten chronisch verseucht werden. Deswegen müßte die Bundesregierung als Klient der WAA Sellafield aus ethischer Verantwortung und nach den Schutzvorschriften des Atomgesetzes sofort den Vertrag mit Sellafield kündigen - Sellafield müßte stillgelegt werden.

Mit der Kündigung des Vertrages bräche das "Entsorgungs"-Verschiebekonzept der Atommüll-Produzenten in sich zusammen. Die BLG Gorieben weiß darum. Nun unternimmt sie in einem grotesk kläglichen Versuch einen neuen Anlauf, die Bevölkerung mit einem Verdurnmungs- und Täuschungsmanöver abzulenken und einzuhillen. Silikon soll die Castoren abdichten helfen! Alle einigermaßen auf dem technischen Wissensstand der Dinge sich befindenden Wissenschaftler kennen seit Jahren das Problem, daß sich durch die notwendige Unterwasserbeladung von CastorBehältern keine vollständige "Entwässerung" nach dem Schließen mit Metalldeckeln erreichen läßt, um das "Schwitzen" der Behälter beim Transport endgültig zu stoppen. Die Restfeuchtigkeit dringt nach außen durch feinste Ritzen,
Fugen, Poren, und damit getan gen hochradioaktive Partikel in die Umwelt, die eingeatmet werden können.

Diese Gefahr kommt zur Gefährdung durch Neutronen strahlen aus dem Castor noch hinzu, die mit den eingesetzten Dosimetern, z. B. bei der Polizei nur bruchstückhaft gemessen werden kann und von Betreibern nur unzureichend an. nich kritischen Punkten gemessen wird. Ein Dosimeter erfaßt nur Direktstrahler, keine Alphaund Betapartikel und schon gar nicht die Inhalation solcher Partikel, die somit unkontrollierbar bleiben und im Körper ihre schleichende Langzeitwirkung bis zum Krebs entfalten können , Wann sagen die Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz und alle Atomokraten der Bevölkerung endlich die ganze Wahrheit? Wer stoppt die weitere Atommüllproduktion? Wer schafft die Atomokratie ab? Kriminell handeln die Atomokraten, angeklagt wird der Widerstand, wie die Prozesse gegen Atommüllgegnerinnen und -gegner beweisen. Konsens mit Atomokraten ist Nonsens!
Ilona Joerden, Ventschau

Bearbeitet am:20.06.1998 /ad


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