Leserbrief der

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vom 08.07.1998

Vorschlag zeigt Inkompetenz

Betrifft: Transportbehälter

Seit 1982 tagt die "ständige Arbeitsgruppe für den sicheren Transport radioaktiver Stoffe in der EU" mit 25 Experten europäischer Atombehörden regelmäßig zum Thema Unsicherheit von Atomtransporten. Obwohl das Problem außen kontaminierter Behälter dort wie auch bei der internationalen Atombehörde, IAEO, schon lange bekannt ist, gab es nach 16jähriger Tätigkeit international noch keine Lösungsvorschläge. So wurde das Strahlenrisiko für Transportarbeiter und Bevölkerung einfach geduldet.

Ulrich Alter, Leiter der Abteilung Atomtransporte im Bundesumweltministerium, Wilhelm Collin vom Bundesamt für Strahlenschutz, Dr. Lange von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit, Klaus Ridder aus dem Bundesininisterium für Verkehr sowie Bernhard Droste vom Bundesamt für Materialforschung kannten die Probleme und Risiken durch ihre Mitarbeit in der ständigen Arbeitsgruppe. Die IAEO bestätigte 1994 und 1995 die Grenzwertüberschreitungen bei Atommülltransporten und erkannte, daß dies "Problem niemals vollständig gelöst werden kann".
Nun will uns Hans-Otto Willax von der BLG weismachen, daß durch etwas Silikon an den Schraubvertiefungen das Problem zu lösen sei. Warum geschieht das nicht schon seit 16 Jahren? Willax offenbart rnit seinem Vorschlag Inkompetenz und nicht die im Atomgesetz geforderte Zuverlässigkeit.

Den Vertretern der ständigen Arbeitsgruppe sind noch viele andere Sicherheitsprobleme bei Atomtransporten bekannt. Allein für die kommenden zwei Jahre hat sie 46 Studien beantragt. Das sollte mißtrauisch machen. Offensichtlich ist vieles ungeklärt! Da ist es doch regelrecht fahrlässig, jetzt schon von weiteren Castor-Transporten im nächsten Jahr zu reden.

Gotthold Kietz, Bockleben

Bearbeitet am: 08.07.1998 /ad


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