Leserbrief der

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vom 17.12.2011

Politik bedient die Interessen des Kapitals

Betrifft: Artikel »Autonome Gewalt nicht erwähnt» (EJZ vom 3. Dezember)

Jedes Mal, nachdem die höchstgiftige Fracht namens Castor-Transport ihr Ziel in Gorleben erreicht hat, melden sich immer auch hochrangige CDU-Politiker zu Wort. Dieses Mal ist es unser Bundestagsabgeordneter Herr Pols.

Er sagt laut EJZ: »Wer seine Kinder als Schutzschilde missbraucht, muss sich fragen lassen, ob er noch ganz bei Trost ist.» Er fand auch, dass man diejenigen, die sich einbetonieren, erst mal ruhig ein wenig liegen lassen und nicht gleich mit einem Wärmezelt versorgen sollte, während die Polizisten frierend danebenstünden.

Wir sind ja schon einiges an starkem Tobak gewöhnt. Merkel mit ihrem Backpulver-Vergleich, unappetitliches Pack steuerte Kanther bei und - last but not least - Kurt-Dieter Grill mit seinem Ausspruch von den Psychopathen, aus denen sich die Anti-Atomkraft-Bewegung zusammersetzt.

Zu den Kindern als Schutzschild: Herr Pols beklagt das Instrumentalisieren von Kindern, in gleichem Atemzug wendet er dieses Mittel selber an. Vermutlich ist ihm die Zukunft der Kinder doch wohl ziemlich egal, denn diese Art von politischer Weichenstellung wird ihnen garantiert keine lebenswerte Welt hinterlassen. Er verbaut ihnen jetzt schon ihre Zukunft. Sie können heute schon nicht mehr mit kindlichem Blick in die Zukunft schauen. Ist es Herrn Pols nicht bewusst, dass diese radioaktiven Stoffe eine Gefahr für die zigtausende nach uns kommende Generationen darstellen?

Die Erkenntnisse des Herrn Pols über das Schicksal der Einbetonierten werden auch in die Geschichte eingehen, denn er würde mit seiner Aussage die Folter salonfähig machen und sich somit in eine Reihe mit George W. Bush stellen. Guantanamo lässt grüßen. Das kann man nun wirklich nicht als humanistische Einstellung bezeichnen. Ist das christlich? Ist das im Sinne der Schöpfung? Steht das C in CDU nicht für christlich?

Umsichtige Entscheidungen, verantwortungsvolle Politik für den Menschen für eine lebenswerte Welt sind vonnöten. Jedoch werden überwiegend vom Bauch bestimmte politische Entscheidungen für den kurzzeitigen Erfolg getroffen, es wird dem Gott Mammon geopfert. Es werden lediglich die Interessen des Kapitals bedient. Als taktisches Mittel werden Nebenschauplätze eröffnet, um von den wahren Absichten abzulenken. Es werden Mechanismen entwickelt, die dieses System noch reibungsloser funktionieren lassen sollen. Einseitige Interessen sollen mit noch mehr Gewalt durchgesetzt werden. Demokratisch Rechte werden nach und nach abgebaut. Die Informationsfreiheit soll einschränkt werden.

Wo hat uns diese Politik hingeführt? An den Rand der Katastrophe, oder sind wir schon im Zentrum der Katastrophe? Diese Frage wird uns die Geschichte beantworten, die Zukunft quasi, das Wort, das in der CDU einen so hohen Stellenwert genießt. Fragen über Fragen. Besinnliches zum Advent?

Hans-Joachim Bohlmann,
Breustian

Bearbeitet am: 17.12.2011/ad


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