Leserbrief der

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vom 13.04.2017

Atomtechnologie einfach und unkompliziert?

Betrifft: Leserbrief „Dual-FluidReaktor" von V. Eyssen (EJZ vom 1. April)

So wunderbar kann Atomtechnologie sein: Alte Atomabfälle werden verwertet, ein Endlager wird unnötig, der DLR (Dual-Fluid-Reaktor) ist sicher und seine Abfälle sind unproblematisch.

Hier scheint wohl Herr Volker Eyssen aus Salzgitter der intensiven Internet-Propaganda des IFK aufgesessen zu sein. Das IFK (Institut für Festkörper-Kernphysik gGmbH) ist kein Forschungsinstitut, sondern eine „gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung".

Das „Institut" ist spezialisiert auf Werbung für die Weiterentwicklung der Atomtechnologie. Das IFK schreibt selbst anlässlich des DLR-GreenTec-Skandals: „Wir sehen uns deshalb gerade im Sinne der Erhaltung einer intakten Umwelt ... zu weiteren Schritten gezwungen, die wir hier oder über die sozialen Internetmedi-¬ en bekanntgeben werden. Insbesondere die aufgeklärte Internetgemeinde, die sich abseits der Mainstream-Medien gut zu informieren versteht, kann uns dabei eine große Hilfe sein." [Quelle: http://www.science-skeptical. de/blog/greentec-skandal-stellungnahme-des-ifk/0010203/]

Einige Argumente, dass das alles doch nicht so einfach ist: Der Dual-Fluid-Reaktor ist nicht erprobt, sondern existiert nur in theoretischen Vorüberlegungen und Vorab-Patenten. Radioaktive Emissionen wird es in der gesamten Erzeugungskette schon im Normalbetrieb geben, von Unfällen ganz abgesehen.

Die Verwertung bestehender atomarer Abfälle im DLR erfordert einen gefährlichen chemischen Umgang mit den hochradioaktiven abgebrannten Brennelementen wie in einer Wiederaufbereitungsanlage. Bei der Herstellung des Brennstoffs für den DLR muss das radioaktive Element Thorium (ein Alpha-Strahler) aus dem reichlich vorhandenen Monazitsand extrahiert und anschließend zu dem Salz Thoriumchlorid umgewandelt werden.

Die heißen geschmolzenen Salze im Reaktor sind extrem korrosiv, sodass Leckagen nicht zu vermeiden sind. Beim Betrieb des DLR entstehen radioaktive Gase, die kaum zurückzuhalten sind und üblicherweise an die Umwelt abgegeben werden. Die Spaltprodukte, die 100 bis 300 Jahre gelagert werden müssen, sind hochradioaktiv, genauso wie bisher die Spaltprodukte der herkömmlichen Atomkraftwerke.

Volker Schürg,
Clenze

Bearbeitet am: 13.04.2017/ad


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