Leserbrief der

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vom 30.09.2017

Es blieb nur die Qual der Wahl ?

Betrifft: EJZ-Serie zur Wahl am 19. September

Die Befragung der Bundestagskandidaten und -kandidatinnen durch die EJZ war wirklich hilfreich.

Kurz und bündig, übersichtlich. Doch was nun? Der AfD-Mann schweigt sich zur Klimapolitik und Gorleben aus, aber jeder weiß, dass die AfD den Klimawandel leugnet und Atomkraft befürwortet, da muss man auch sagen können, wohin mit dem Atommüll.

Für Herrn Pols (CDU) und Frau Lotze (SPD) reicht das neue Standortauswahlgesetz, sie wollen allerdings nicht einsehen, dass die geologischen Kriterien, die einen Standort favorisieren oder ausschließen, durch politische Einflussnahme wieder einmal so gestrickt sind, dass Gorleben nicht endlich herausfällt.

Das Engagement für den Klimaschutz und -gerechtigkeit ist für Frau Dr. Verlinden (Grüne) offensichtlich ein Herzensanliegen. Dann jedoch spricht Verlinden davon, dass das neue Endlagersuchgesetz die „Einbahnstraße“ Gorleben beendet.

Es ist doch eine Sackgasse! Kein Wort von allen dazu, dass das Endlagersuchgesetz unbedingt überarbeitet werden muss, kein Wort dazu, dass plebiszitäre Elemente getilgt wurden und dass nicht einmal das nationale Begleitgremium unter dem Vorsitz der Professoren Töpfer und Schreurs ein Recht hat, Korrekturen, Rücksprünge, Verbesserungen einzufordern.

Das behalten sich die Parteien vor. Herr Pauly (Linke) hat schon begriffen, wie riskant es ist, in Salzgestein hochradioaktive Abfälle zu versenken und dass Gorleben unten durch ist, doch dann schlägt er allen Ernstes vor, man könne auf die Transmutationsforschung setzen.

Ich bin entsetzt, wie wenig durchdacht das alles ist und wie wenig vom Sachverstand der hier Engagierten Eingang in die Wahlprogramme der Parteien gefunden hat. So blieb die Qual der Wahl und die Gewissheit, dass außerparlamentarisches Engagement weiterhin bitter nötig ist, als notwendiges Korrektiv.

Wolfgang Ehmke,
Breese an der Göhrde

Bearbeitet am: 30.09.2017/ad


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