Leserbrief der

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vom 05.04.2019

Dragahn erst 1982 im Spiel

Betrifft: Artikel "Mit Treckern und Wut im Bauch" (EJZ vom 23. März)

Eigentlich ist es ja selbstverständlich, dass die EJZ ein solches Datum aufgreift, um groß aufgemacht darüber zu berichten, besonders da sich auch zwei Ausstellungen in Lüchow und Hannover damit beschäftigen. Aber eigentlich sollte es auch selbstverständlich sein, dass sorgfältig recherchiert wird. Dass die Kundgebung 1979 in Hannover nicht auf dem Raschplatz, sondern auf dem Klagesmarkt stattfand, kann man ja noch vernachlässigen.

Dass aber der Treck dazu geführt haben soll, dass die WAA in Dragahn nicht gebaut wurde, stimmt nun historisch überhaupt nicht. Ministerpräsident Ernst Albrecht gab nur den Wiederaufarbeitungsteil des geplanten sogenannten "Nuklearen Entsorgungszentrums" auf, "politisch nicht durchsetzbar", hieß es. Die WAA in Dragahn kam am 1. November 1982 wieder ins Spiel und wurde dann nach erneutem intensiven Widerstand 1985 aufgegeben, zugunsten des Standorts Wackersdorf, der dann wiederum 1989 aufgegeben wurde. Und dass Gorleben nicht mehr im Pool der potenziellen Endlager sein soll, ist vielleicht ein schöner Wunsch, aber leider nicht Realität.

In einziger Blick auf die Website des Gorlebenarchivs hätte genügt, um diese unrichtigen Darstellungen gar nicht erst zu schreiben. Auch dazu gibt es das Gorlebenarchiv.

Ulrich Rode,
Breselenz

Bearbeitet am: 05.04.2019/ad

 


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