FAZ

vom 16.12.1998

"Sicherheit unserer Kernkraftwerke ist nicht betroffen"

Die RWE Energie AG schließt einen Ausfall der Stromversorgung beim Wechsel in das nächste Jahrtausend aus.

Die RWE Energie AG hat sehr umfangreiche technische und organisatorische Maßnahmen getroffen, um Probleme zu vermeiden, die sich aus dem Jahr-2000-Wechsel und der Schaltjahreigenschaft ergeben können. Hierzu gehört auch der Einsatz eines zentralen Projektcontrollings, das sich ausschließlich mit diesen speziellen Aufgaben befaßt.
"Selbst wenn einzelne Komponenten von einer Störung aufgrund des Jahrtausendwechsels betroffen sein sollten, kann aufgrund der Vermaschung des Netzes und der Reservehaltung bei den Kraftwerken ein Ausfall der Stromversorgung ausgeschlossen werden. Dieses Sicherheitsmerkmal der elektrischen Energieversorgung hat sich in der Vergangenheit bestens bewährt", heißt es bei der RWE Energie AG.

Alle Systeme, die für die Sicherstellung der Energieversorgung, die Sicherheit der Öffentlichkeit und Anlagen sowie für die Verfahren der Informationsverarbeitung eingesetzt sind, werden von den Systemverantwortlichen erfaßt, getestet und gegebenenfalls ausgetauscht oder ertüchtigt. Darüber hinaus werden neben Einzeltests umfassende Integrationstests über alle Systemgrenzen hinweg durchgeführt. "Zusätzlich werden wir besondere Einsatzplanungen vorsehen, um dennoch eintretende Störungen begrenzen und umgehen zu können, beispielsweise durch eine partielle manuelle Betriebsführung", betont ein RWE-Energie-Sprecher.

Alle Maßnahmen werden im Rahmen eines speziellen Projektcontrollings koordiniert, kontrolliert und dokumentiert. Darüber hinaus steht das Unternehmen zur Bewältigung der Jahr2000-Problematik mit weiteren Energieversorgungsunternehmen, Lieferanten und Beratern in intensivem Kontakt. Umfangreiche Tests mit vorgezogenem Jahrtausendwechsel im Bereich der Netzleittechnik haben überdies ergeben, daß eine Vielzahl von Anlagen bereits im heutigen Zustand durch den Jahrtausendwechsel nicht gestört wird.

Um die unternehmenseinheitlichen Informationsverarbeitungssysteme Jahr-2000-fähig zu machen, hat die RWE Energie AG einen Aufwand
von rund 10 Mio. DM ermittelt. Der Gesamtaufwand für die Umstellung auf das Jahr 2000 wird "wesentlich unter 100 Mio. DM" liegen, da die Maßnahmen überwiegend mit eigenem Personal im Rahmen der Betriebsführung durchgeführt werden. Alle erforderlichen Aktivitäten zur Sicherstellung der Verfügbarkeit von leittechnischen Systemen in Kraftwerken und Netzen sowie von administrativen Informationsverarbeitungssystemen sind weitgehend erfaßt und werden zur Zeit intensiv zum Zwecke der Umsetzung analysiert. Ein großer Teil von Maßnahmen konnte bereits realisiert werden.
"Bei RWE Energie gibt es kein Kernkraftwerk, dessen Systeme zum Schutz der öffentlichen Sicherheit von dem Jahrtausendwechsei betroffen sind. In diesen Systemen findet keine Datumsverarbeitung statt. Schutzeinrichtungen in anderen Kraftwerken, die eventuell vom Jahrtausendwechsel betroffen sein könnten, sind so ausgelegt, daß sie bei Störung die Anlage in einen sicheren Zustand bringt", heißt es bei Deutschlands größtem Energieversorger beruhigend.

Bearbeitet am: 18.12.1998/ad


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