Strafanzeige der Bürgerinitiative Umweltschutz

Lüchow ,den 15.04.97

An die Staatsanwaltschaft Darmstadt
Postfach
64289 Darmstadt

Betreff: Meine Strafanzeige vom 6.5.1996 gegen Verantwortliche der Deutschen BahnAG, Geschäftsbereich Ladungsverkehr, Darmstadt wegen grob fahrlässiger Körpergefährung zahlreicher Personen beim Transport von HAW-Glaskokillen am 8.5.1996 in einem an bestimmen Stellen völlig unzureichend gegen Direktstrahlungen abgeschirmter Behälter vom Typ "TS 28 V" ins Transportbehälterlager Gorleben.

-weitere Ergänzungen zum Sachverhalt-

Bezug: Mein Schreiben v. 13.06.1996, Ihre Geschäftsnummer 11 Js 19214,9/96

Sehr geehrte Damen und Herrn, es sind inzwischen weitere Tatsachen bekannt geworden, die den Verdacht einer schweren Straftat - vorsätzlich oder grob fahrlässig begangen, erhärten. Dies veranlaßt mich lhnen folgende weitere Ergänzungen zum Sachverhalt mitzuteilen:

Aus einem Schreiben der Staatsanwaltschaft Braunschweig, im Ermittlungsverfahren gegen das BfS in Salzgitter, vom 5.1.1997 wurden Meßergebnisse bekannt, die das Eisenbahnbundesamt (EBA) Zentrale Minden am 7.5.1996 am Bahnhof Wörth an der Oberfläche der Wagenladung an 11 Meßpunkten erzielt hat, und die für diese bestimmten Meßpunkte als offiziell zu gelten haben Die dort -2 -2- haben. Die dort ermittelten Ortsdosisleistungen wurden hinsichtlich der Neutronenstrahlung, gemäß Anlage VII der Strahlenschutzverordnung, mit Meßgeräten erzielt, die nach ICRP26 kalibriert waren, und bei denen noch ein effektiver Qualitätsfaktor/Strahlenwichtungsfaktor von 10 für Neutronen zugrunde liegt. Sie entsprechen also den derzeit noch gültigen Vorschriften. Der, nach den ICRP 60-Empfehlungen von 1991 als unzureichend anzusehende, Qualitäts-faktor von 10 für Neutronen ist also hier noch nicht entsprechend der Empfehlung auf den WR-Wert von 20 angehoben. Die Bundesregierung wird gemäß EU-Richtlinienen verpflichtet sein, bis zum Jahr 2000 mindestens einen Wichtungsfaktor (WR) für Neutronen von 20 einzuführen. Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen, die ab 1990 gewonnen wurden, ist die relative biologische Wirksamkeit (RBW) von Neutronen auf durchstrahltes Gewebe - d.h. die Schadwirkung der dichtionisierenden Neutronenstrahlung hinsichtlich der stochastischen Folgen, Krebs und Erbschädigungen, bis hin zum Tode auszulösen, um einen Faktor von 600 höher zu bewerten, als dieSchadwirkung der in Hiroschima und Nagasaki freigesetzte Gammastrahlung, auf der alle bisherigen Erkenntnisse des Strahlenschutzes beruhen. Daher ist es von wesentlicher Bedeutung, daß bei der Atomenergieerzeugung aus Schutzgründen für das Leben, bei allen Genehmigungen der Stand von "Wissenschaft und Technik" zu beachten ist. Z.Zt. wird aber seitens der Atom-kraftbetreiber und der, sie stützenden Regierungsstellen, alles versucht, die von Prof. H. Kuni, Marburg, vertretenen neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse möglichst nicht öffentlich zu diskutieren, wohl mit dem Ziel, sie "totzu-schweigen." Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat es letztlich abgelehnt, wegen fehlender strafrechtlich relevanter Anfangsverdachtsgründe, die Ermittlungen weiter zu führen und das Verfahren nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt. Hiergegen wird mit Sicherheit Beschwerde erhoben werden. Obwohl es ein Leichtes wäre, an dem in der Transportbehälterhalle in Gorleben senkrecht stehenden "TS 28 V"-Behälter an den "neutronenoffenen" Bereichen im Mantel-Deckeleck mit geeichten, auf die effektive Äquivalentdosis nach ICRP 26 kalibierten Meßgeräten von vereidigten Sachverständigen nachmessen zu lassen, wie hoch dort die Gamma- und Neutronendosisleistungen sind und dann anhand von Rechnungen zu beweisen, wie hoch die Dosisleistung an der direkt gegenüber dem "neutronenoffenen " Fenster in 40 cm Abstand an der Wagon-außennaht und in 2m Abstand davon beim Transport war, hat die Staats-anwaltschaft Braunschweig erklärt, mangels Zuständigkeit und fehlender Dienstaufsicht wäre nicht -3- -3- Dienstaufsicht

wäre nicht der Frage nachzugehen, ob und wie - möglicherweise auch wo ggf. einzelne Strahlungen gemessen würden. Bei erwartbar mehreren Tausenden an Geschädigten, die Gesunheit und Leben einbüßen (Poilizisten, Begleitpersonal, Einwohner und Anlieger) ist ein derartiges Argument nicht mehr nachvollziehbar und für niemand verständlich.

Aus eigenen Ermittlungen des Sachverhaltes, durch Anfragen bei der BLG (Brennelemente Lagergesellschaß Gorleben.), Auswertung von Konstruktionsplänen des "TS 28 V"-Behälters, von Bildmaterial u.a., ergibt sich eindeutig, daß es trotz der während des Transportes verwendeten Stoßdämpfer, über dem Primärdeckel auf ca. 350-mm Länge, im Eckbereich "Mantel-Primärdeckel"ein "neutronenflußoffenes" Fenster gibt, bei dem an der Behälteroberfläche erheblich höhere Gesamtdosisleistungen (Gamma und Neutronen) auftreten, als an anderen Behälterstellen. Dies bedeutet, daß gegenüber dem "Fenster", in 0,40 m Abstand an der Außenhaut der Wagonladung, nach der derzeit noch gültigen Strahlenschutzverordnung, die einen effektiven Qualitätsfaktor Q=10 für Neutronen enhält, der zulässige Dosisleistungsgrenzwert von 2 Millisievert pro Stunde (mSvlh) um das 4,23 fache überschritten wird. Er liegt dort bei 8,467 mSv/h. In 2m Abstand von dieser Wagonladungsaußenfläche ergibt sich eine Gesamtdosisleitung aus Direktstrahlung von 2,063 mSv/h. Der dort zulässige Wert von 0,100 mSv/h wurde um das 20,5 fache überschritten.

Es ist anhand der "nur" 11 vorgenommenen Messungen, die am Versandstück durchgetührt wurden, offenkundig, daß an den wirklich kritischen Meßstellen nicht nachgemessen wurde. Dabei war es sicherlich allen Fachleuten von der Transportüberwachung eindeutig klar, wo die Stelle mit der höchstmöglichen Direktstrahlung liegt.

Als Beweismittel werden der Staatsanwaltscht folgende zusätzliche Unterlagen vorgelegt:

Abb.2/A Die zeichnerische Querschnittsdarstellung des Behälters "TS 28V" zeigt die Transportsituation am 7. u. 8.5.1996, mit dem im oberen Deckelbereich aufliegenden Stoßdämpfer. Der im Bodenbereich ebenfalls aufgesetzte Stoßdämpfer ist hingegen nicht eingezeichnet. Aus der Zeichnung wird deutlich, wo die "neutronenflußoffene" -4-

-4- deutlich, wo die "neutronenflußoffene" Stelle von. 35 cm Länge im Mantel-Deckelbereich ( auch als sogenanntes "Fenster" bezeichnet) liegt. Die schmutziggelbe Farbmarkierung zeigt an, in welchem Bereich die Neutronenstrahlung fast ungehindert durch die 280 mm dicke Schmiedestahlwand gelangt. Es ist auch deutlich erkennbar, daß der aufgesetzte Stoßdämpfer auf dem Primärdeckel keinen nennenswerten Beitrag zur Abschirmung der Neutronenstrahlung liefern kann. Einmal deckt er den angesprochenen offenen Bereich überhaupt nicht ab, weil der Stoßdämpfer etwa 125 mm von der Mantelaußenkante erst ansetzt.Ferner ist die abschirmende Wirkung, des nach Angabe der BLG im Stoßdämpfer eingebrachten, dämpfenden Balsa-Holzes mit den Stahlblechringen als Moderator für Neutronen fraglich, es sei denn, es wurde noch ein zusätzlicher Schirm für Neutroneneinfang beim Transport im Stoßdämpfer eingebaut.

Die BLG hatte bisher immer behauptet, der angebrachte Stoßdämpfer könne im Deckelbereich die Neutronenabschimwirkung des Sekundärdeckels mit Moderatorplatte ausgleichen(Leserbrief des Geschäftsführers König in der Elbe-Jeetzel-Zeitung). Dies ist offenkundig falsch. Es mag aber offenbleiben, in welchen Anteilen die Stoßdämpfer-konstruktion im Deckelbereich zur Neutronenmoderation beitragen kann, da diese den sogenannten "Fensterbereich" nicht einschließt. Anfragen hierzu beim Nieds.Umweltministerium in Hannover wurden bisher nicht beantwortet.

Bei den nachfolgend angestellten Nachrechnungen spielt diese Frage keine Rolle und wird vorerst ausgeklammert. Nachgerechnet hinsichtlich der vorhanden Direktstrahlungsdosisleistungen beim Transport wird nur der 350 mm lange Teil im Mantel-Deckeleck, der aus 280 mm Schmiedestahl mit einem dünnen Außenstahlblechmantel besteht. (Die Zeichnung hat einen Maßstaß von ca. 1:30.) Bild 1 Es handelt sich um eine Vergrößerung einer Fotografie vom Abladevorgang des "TS 28 V" am Morgen der 8.5.1996 auf dem Umladebahnhof "Dannenberg/Breese". Zu sehen -5- -5- "Dannenberg/Breese".

Zu sehen ist der Behälter "TS 28 V", am Verladekran hängend, mit im Kopfbereich aufgesetzten Stoßdämpfer. Deutlich sichtbar wird an der hellen Stahlblechfläche um den vorderen Tragzapfen, wo die nicht gegen Neutronenstrahlung hinreichend abgeschirmten "neutronenflußoffenen Fenster" liegen, die bei der folgenden Rechnung betrachtet werden. Es wird auch deutlich, daß der Stoßdämpfer den Bereich "Mantel/Deckeleck" nicht abdeckt. Die Vergrößerung der Fotografie hat etwa einen Maßstab von 1:13,7. I. Nachrechnung der während der Transportphase vom 7.5.96 (Bahnhof Wörth) bis 8.5.96 ins TBL Gorleben entstandenen Direktstrahlungsdosisleistungen (Gamma und Neutronen) in dem unzureichend gegen Neutronenstrahlung abgeschirmten "neutronenflußoffenen" Fensterbereich an der direkt in 0,40 m Abstand gegenüberliegenden Waggonladungsaußenhaut und in 2 m Abstand dazu senkrecht zu diesem Punkt. Folgende technisch, wissenschaftliche Grundlagen liegen dieser Berechnung zugrunde: a.) Gültige Strahlenschutzverordnung (StrSchVO), die in Anlage VII der Ver-ordnung bisher nur einen effektiven Qualitätsfaktor (Vergleichbar in etwa mit dem künftigen Strahlungswichtungsfaktor) von Q=10 für Neutronen zugrunde legt. Das BfS hat bei seinen Genehmigungen für die Lagerung des Behälters in der Halle jedoch bereits nach der ICRP 60-Empfehlung, - veröffentlich 1991 - einen Strahlenwichtungsfaktor (WR) von 20 für Neu-tronen in den Berechnungen eingesetzt. Diesen Faktor 20 muß die Bundes-regierung nach den EU-Richtlinien, vom Mai 1996, spätestens bis zum Jahr 2000 in ihre Gesetzgebung übernehmen. Deshalb wird in der Rechnung dieser Wert vergleichsweise auch betrachtet, obwohl er noch nicht gesetzlich zwangs-läufig zu beachten ist.

b.) Offizielle Messungen der Direktstrahlendosisleistung aus Gamma/Photonen-strahlung und aus Neutronenstrahlung (ausweislich des Meßprotokolls vom Eisenbahnbundesamt, Zentrale Minden ) am Bahnhof Wörth am 7.5.1996 während des Beförderungsablaufes. Gemessen wurde an 11 Meßpunkten in Behählternähe, die jedoch alle nicht den "neutronenfluß-offenen" Fenster-bereich, abdecken und die im Bereich der nahe zur Außen-haut der Waggon-ladung liegenden Mantelfläche des Behälters angesetzt wurden. Die rmittelten Höchstwerte sind somit nur symptomatisch für die Abschirmwirkung des eigentlichen Behältermantels. Das Meßprotokoll -6- -6- des Behältermantels

Das Meßprotokoll weist erhebliche Merkwürdigkeiten aus. Es handelt sich offenkundig um unterschiedliche Messungen, die einmal vom EBA (Zentrale Bonn, Büro Minden) hinsichtlich der Gammadosimetrie am 7.5.1996 vorgenommen wurden, und um Messungen der BLG anderen Datums für die Neutronen dosimetrie, die nachträglich in das offizielle Meßprotokoll eingearbeitet (evtl. überklebt) wurden. Dies wird daran deutlich, daß die BLG bei beiden Messungen (Außenhaut, 2m Abstand von Wagenladung) auch nochmals Gammadosimetrie durchgeführt hat. Auf jeden Fall erscheint es dringend erforderlich, die Orginal-Meßprotokolle mit den Unterschriften des Verantwortlichen beizubringen. Die höchste gemessene Strahlung, ermittelt mit Meßgeräten, die nach der effektiven Äquivalentdosis nach ICRP 26 (Stand vor 1975) kalibriert waren, beträgt dabei im Meßpunkt 2 auf der Außenhaut der Wagenladung für

Gammadosisleistung = 0,028mSv/h für Neutronenstrahlungsdosisleistung=0.30mSv~ Insgesamt 0,058mSv/h

In 2m Abstand von der Außenhaut der Wagonladung wurden gemessen:

Gammodosisleistung=0,006 mSv/h Neutronendosisleitung=0,007 msv/h Insgesamt=0,013 mSv/h

c)Anlage A zur Gefahrgutverordnung - Eisenbahnen (GGVE) Klasse 7, Radioaktive Stoffe und Gegenstände, Rand -Nr 713, Nr. 1 b und c, und die vergleichsweise dafür zutreffende Gefahrgutverordnung Straße (GGVS) Danach dürfen an keinem Punkt der Oberfläche eines Waggons, der zur Beförderung eines Types B (U)- Versandstückes eingesetzt wird, Dosisleistungen während des Transportes höher als 2 mSv/h sein.

In senkrechtem Abstand zur Oberfläche der Wagenladung von 2,00 m dürfen die Dosisleistungen in keinem Punkt insgesamt den Wert von 0,100 mSv/h überschreiten.

d) Nach dem Stand der Wissenschaft ergeben sich bei runden Strahlungsquellen Abbrems- u. Abschwächwirkungen in trockener Luft (Luftfeuchte f = 4,0 g/m³) nach der Funktion ( ) der Abb. 15.18 der Veröffentlichungen -7- -7- der Abbb.15.18 der

Veröffentlichung von H.G. Voigt/ H. Schultz "Grundzüge des praktischen Strahlenschutzes" 2. Auflage, Verlag Hanser: München Wien. Die Funktionskurve bildet die Grundlage der nachfolgenden Berechnungen für die Abbrems- Abschwächwirkung in Luft.

e) Gutachten des TÜV Hannover - Sachsen-Anhalt e.V. zum Transportbehälterlager "Gorleben "Lagerung von HAW-Glaskokillen in Behältern vom Typ "TS 28 V" (TBLG - T 528 V - 12/94) besonders Kapitel 3,3 und 5. sowie Kap. 3.1

A Rechengrundwerte

1) Am Meßpunkt 2 an der Behältermantelfläche vohandenes Abschirmmaterial für Gamma + Neutronen -Schmiedestahl, Werkstoff: A 350, LF 5 inclusive Deckblech = 280 mm -HARZ, BV 4, mit Borzusatz = 209 mm -HARZ F, mit Borzusatz = 135 mm alles insgesamt ca 5000 mm lang am gesamten Mantel.

2) Die Außenhaut der Wagenladung bei der Messung in Wörth am 07.05.96 lag am Meßpunkt 2 rund 0,40 m vom Mantel entfernt. Eine gewisse geringe Abschirmwirkung der dünnen Außenhaut der Wagenfläche ist zu vernachlässigen.

3) Nach der Funktionskurve ( ) nach Abs. d) sind die Gamma & Neutronen-dosisleistungen in 0,40 m Abstand am Mantel des "TS 28 V" um 1,38 fach höher als die Meßwerte von Wörth am 7.5.96. Sie betragen somit: Gammadosisleistung = 0.028 x 1,38 = 0,0386 mSv/h Neutronendosisleistung = 0,030 x 1,38 = 0,0414 mSv/h

Dies bedeutet aber , daß die realen Meßwerte von dem im Gutachten nach Abschn. e.) in Tab.10 am Mantel errechneten Beladevariante 28 Kokillen -(Gutachten=0,103 mSv/h) bei der Gammadosisleistung um 0,038 : 0,103 = 0,375fach nach unten abweichen. Somit war die tatsächliche Gammadosisleistung im Mantelbereich real geringer, als die Gutachter dies nach Rechenprogramm "ANISN", bei dem von Ihnen angenommenen Aktivitätsinhalt nach 7 Jahren Abklingzeit errechneten. Ferner -8- -8- errechnet

Ferner bedeutet dies, daß die vergleichbaren realen Meßwerte am Mantel für die Neutronendosisleistung ( s. Tab 9, S. 48 des Gutachtens) für die Beladevariante mit 28 Kokillen nach ICRP 21 von 0,023 mSv/h um einen Faktor 0,0414 : 0,023 =1,8fache höher liegen, als die Gutachtenrechnungen bei dem angesetzten Aktivitätsinventaren der Tab. 3. Diese Abweichungen lassen sich, wie folgt erklären:

Möglich sind Abweichungen bei den Berechnungen nach Programm "ANISN" durch Verwendung von Werten aus unterschiedlichen Wirkungsquerschnitts- bibliotheken oder durch Vereinfachungsannahmen in der Anordnungs- bzw. Behältergeometrie. Beides kann auch zusammenwirkend zu dem abweichenden Ergebnis beitragen. - Es sind aber auch HAW-Glaskokillen mit den aus Garantiewerten abgeleiteten erhöhten Neutronenemissionsraten der Tab. 5 des Gutachtens in Betracht zu ziehen Dadurch können sich die Neutronendosisleistungen der Tab. 9 bis zu einem Faktor von 2,2 erhöhen. (S. 53 des Gutachtens) -

5) Aus den vorstehenden Korrekturfaktoren ergeben sich für die maßgeb- lichen Tab. 9 + 10 des Gutachtens andere Dosisleistungen, die nach- stehend errechnet werden:

Tab. 9 Neutronendosisleistungen (Beladevariante 28 Kokillen, Gutachten nach ICRP 21) Mantel = 0,023 x 1,8 = 0,0414 mSv/h Sekundärdeckel = 0,012 x 1,8 = 0,0216 mSv/h Boden = 0,150 x 1,8 = 0,270 mSv/h Primärdeckel = 5,566 x 1.8 = 10,019 mSv/h Deckelmoderator mit Deckblech = 0,062 x 1,8 = 0,1116 mSv/h (Gutachter, Primärdeckel, nach ICRP-60 = 10,007 x 1,8 = 18,013 mSv/h )

Tab. 10 Gammadosisleistung, (Beladevariante mit 28 Kokillen - Gutachter) Mantel = 0,103 x 0,375 = 0,0386 mSv/h Sekundärdeckel = 0,0175 x 0,375 = 0,006 mSv/h Boden = 0,270 x 0,375 = 0,101 mSv/h Primärdeckel = 0,981 x 0,375 = 0,368 mSv/h Deckelmoderator -9- -9- Primärdeckel =0,981x0,375=0,368 mS/h

Deckelmoderator mit Deckblech = 0,284 x 0,375 = 0,107 mSv/h

6. Nun ist noch zu vergleichen in welchem Verhältnis die Abschirmwirkung des Primärdeckels (Tab 8) mit 31,5 cm Schmiedestahl zur Dicke des Schmiede-stahlmantels im Bereich "Mantel-Deckel" von 28 cm steht. Das heißt also eine Vornahme einer Vergleichsbewertung zwischen der Abschirmwirkung des Primärdeckel im Verhältnis zur noch geringeren Abschirmwirkung des "neutronenflußoffenen" Fensters von 350 m Länge ist durchzuführen. Das in geringer Stärke im Primärdeckelbereich eingebaute Neutronenmoderator-material wird dabei vernachlässigt, obwohl dies noch zu einer höheren Diskrepanz zwischen Primärdeckel und "neutronenflußoffenen" Stelle führen würde. Der Gamma- und Neutronendurchgang durch den 31,5 cm dicken Schmiedestahl-Primärdeckel ist umgekehrt proportional zum "neutronenoffenen" Fenster um einen

Faktor von 31,5 : 28,0 = 1,125

Der Durchgang durch den "Fensterbereich"ist also um das 1,125 fache höher.

B) Nachrechnungsergebnisse nach ICRP 21 (Q = 10 für Neutronen)

1.) Am "neutronenflußoffenen" Fensterteil im Eckbereich : "Stoßdämpfer-Primärdeckeleck-Mantel" ergeben sich an der Oberfläche auf ca. 350 mm Länge folgende Dosisleistungen :

Gammadosisleistung (s. Tab 10 nach Abs. A. 5.) am Primärdeckel = 0,368 x 1,125 = 0,414 mSv/h

Neutronendosisleistung (s. Tab 9 nach Abs A. 5.) am Primärdeckel = 10,019 x 1,125 = 11,271 mSv/h

Gesamtdosisleistung = 11,685 mSv/h

Dieser Wert kann mit geeichten Meßgeräten durch vereidigte unabhängige Sachverständige an dem in der Transportbehälterlager-Halle stehenden "TS 28 V" nachgemessen werden, da er auch nach ca. 1 Jahr Standzeit nur unwesentlich verändert sein dürfte. 2.)Am Transportversandstück -10- -10- sein dürfte.

2.) Am Transportversandstück der am 07. + 08. Mai 1996 versandten Ladung (dessen Schutzplane , bzw Außenhaut, ca. 0,40 m Abstand vom gegenüber dem "offenen Fenster" liegenden Teil in Mittelachshöhe des "TS 28 V" hat) errechnet sich,den geringen Abschirmwert der Schutzhaube vernachlässigend an der Waggonladungsaußenhaut

eine Gesamtdosisleistung (Gamma und Neutronen) nach ICRP 21 von 11,685 : 1,38 = 8,467 mSv/h

Der in allen Bereichen der Außenhaut der Wagenladung einzuhaltende, maximal zulässige Wert von 2 mSv/h nach derzeit noch gültigem Recht, würde somit um das 8,467 : 2 = 4,23 fache überschritten.

Auch dies kann in der Lagerhalle am "TS 28 V" durch Messungen in 0,40 m Abstand gegenüber der "neutronenflußoffenen" Stelle überprüft werden.

3.) In 2,00 m Abstand von der Außenhaut der Wagenladung - d.h. in 2,40 m Abstand vom Behältermantel in der Mittelachse- rechtwinklig zum "neutronenflußoffenen " Fenster ergibt sich eine Gesamtdosisleistung (Gamma + Neutronen n. ICRP 21)

von 11, 685 : 5,75 = 2,063 mSv/h.

Der zulässige Grenzwert gemäß Anlage A zur GGVE, Klasse 7 , Radioaktive Stoffe und Gegenstände, Randnummer713, Nr 1 b u. c, der gleichermaßen für die "GGVS" gilt, und maximal 0,100 mSv/h (nach noch gültigem Recht) betragen darf, würde um das 2,063 : 0,100 = 20,63 fache überschritten.

Auch dies ist am in der Halle stehenden "TS 28 V" Behälter nachprüfbar, da der Wert auch nach ca. 1 Jahr Lagerzeit kaum abgeklungen ist. Daran ändert es auch nichts, daß es an den Rändern dieser "Fensterabstrahlung" einen "verschmierenden" Übergang zu den besser "neutronenflußabgeschirmten" Mantelteilen gibt. Der Maximalwert vom 0,100 mSv/h ist an jedem Punkt einzuhalten. Die Schwere -11- -11- einzuhalten.

Die Schwere der Straftat liegt u.E. auf jeden Fall darin, daß die Gesundheit und das Leben von Begleitpersonal und von Einwohnern und Demonstranten massiv gefährdet wurde, und die direkt neben dem Behälter begleitenden Polizisten nicht einmal vor diesem besonderen Gefahrenpunkt gewarnt wurden.

C.) Nachrechenergebnisse nach ICRP 6O (Wichtungsfaktor "WR" für Neutronen = 20 )

1.) An der Außenhaut der Wagenladung des "TS 28 V"-Behälters in Wörth am 07.05. 1996 ergeben sich bei Berücksichtigung eines nach ICRP 6O empfohlenen Wichtungfaktors für Neutronen von WR = 20 folgende Gesamtdosisleistungen (Gamma + Neutronen) von rund: a) Gamma (Tab 10 Abs A 5) = 0,368 x 1,125 : 1,38 = 0,300 mSv/h b) Neutronen ( Tab 10 n Abs 5 am Primärdeckel nach I CRP 60 18,013 x 1,125 : 1,38 = 14,684 mSv/h

insgesamt = 14,984 mSv/h

Dies ist das 14,984 fache des künftig zulässigen Wertes.

2.) In 0,40 m + 2,00 m = 2,40 m Abstand vom "neutronenflußoffenen" Fenster, also in 2,00 m Abstand zur Außenhaut nach ICRP 60 ergibt sich folgende Gesamtdosisleistung (Gamma + Neutronen)

= 14,984 : 5,75 = 2,61 mSv/h

Dieses ist mindestens ab dem Jahre 2000 relevant. Dann würde der zulässige Maximalwert von 0,100 mSv/h um das 2,610 . 0,100 = 26,1 fache überschritten.

3.) In Wörth wurden keine Meßgeräte verwendet, die die vom TÜV (s. S. 50 des Gutachtens) berechnete Ortsdosis - und damit die effektive Dosis nach ICRP 60 und nicht die effektive Aquivalentdosis nach ICRP 26- abdeckend erfassen. Berechnungen haben gezeigt, daß die effektive Dosis nach ICRP 60 (mit Wichtungsfaktor 20 für Neutronen) im Vergleich zur Äquivalentdosis nach ICRP 26 um einen Faktor 4 höher liegen kann. Würde dies auch bei den Messungen in Wörth am 07.05.96 zutreffen, ergäbe sich sich an der Außenhaut der Wagenladung sogar am Maximaldurchgangs-punkt (neutronenoffenes Fenster) eine Gesamtdosisleistung -12- -12- eine

Gesamtdosisleistung von: 11,685 x 4,0 : 1,38 = 33,870 mSv/h

Dies wäre das 33,870 : 2,00 = 16,93 fache des zulässigen Grenzwertes.

In 2,00 m Abstand von der Wagenladungaußenhaut ergäbe sich dann eine Gesamtdosisleistung von 11,685 x 4 : 5,75 = 8,129 mSv/h.

Dies wäre das 8,129 : 0,100 = 81,3 fache des zulässigen Grenzwertes.

D.) Relative-Biologische Wirksamkeit von Neutronen

Berücksichtigt man die tatsächlich gegebene relative, biologische Wirksamkeit (RBW) von Neutronen aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse (nach 1990), die Prof. Dr. H. Kuni , Marburg veröffentliche, so ist die Wirkung von Neutronenstrahlung bestimmter Energiespektren im stochastischen Bereich Krebs- und Erbschädigungen im menschlichen Gewebe auszulösen, um einen Faktor von 600 größer, als im Vergleich zur Gammastrahlung, die die Grundlage für den Strahlenschutz bisher bildet. Alle statistischen Berechnungen aus den Opfern der Bombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki beruhen auf dere dort freigesetzten Gammastrahlungsgesamtenergie der Bomben.

Bei einem der tatsächlichen Schädigung entsprechendem Ansatz der "relativen biologischen Wirksamkeit" von Neutronen würden die Gesamtdosisleistungen nach Abschnitt A nochmall} allows VM to use other windows, but it will not create new ones, or resize or delete the current ones.@refill @vindex mail-yank-hooks @item mail-yank-hooks Value should be a list of functions to be called after a message is yanked into a @samp{*mail*} buffer via @code{vm-yank-message}. When each hook function is called, point will be at the beginning of the yanked text and mark a