Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

Rosenstr. 20
29439    LÜCHOW
Tel. +49 (58 41) 46 84
Fax +49 (5841)  31 97

Bürozeiten:
Mo., Mi., Fr. & Sbd.:
von 9-12 Uhr
Di. &  Do.:   15-18 Uhr

E-mail für  die Presse:

Mails an diese Adresse bitte
nur für Presseleute, andere können
wegen Zeitmangel nicht beantwortet werden.


Adresse bitte von Hand eingeben
oder unser Kontaktformular verwenden


E-mail:
Adresse bitte von Hand eingeben
oder unser Kontaktformular verwenden
Spendenkonto

"Spende zugunsten der BI Umweltschutz  Lüchow-Dannenberg e.V." sind Steuerabzugsfähige Spenden.

vom 29.10.2008

BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg befürchtet Vorfestlegung auf Gorleben

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel nimmt heute - Mittwoch, den 29. Oktober - vor der Bundespresse zu den Sicherheitsanforderungen an ein Endlager für hochradioaktive, wärmeentwickelnde Abfälle Stellung. Auf dem Endlagersymposium im Berliner Logenhaus diskutieren Fachleute und die interessierte Öffentlichkeit von Donnerstag bis Samstag über geologische, planerische, politische und ethische Aspekte der Atommüllendlagerung.

"Auf den ersten Blick wirkt der Entwurf als kühnes, sicherheitsorientiertes Unterfangen," kommentiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg das Positionspapier Sigmar Gabriels. Eine Million Jahre Sicherheit sollen durch den Einschluss in ein Wirtsgestein gewährleistet sein, die Verantwortung für die Endlagerung radioaktiver Abfälle solle nicht auf kommende Generationen abgewälzt werden. "Einen nachvollziehbaren Plan, wie ein solches Lager gegen künftige menschliche Ein- und Zugriffe wirksam geschützt werden kann bzw. wie über diesen atemberaubenden Zeitraum kommunizierbar ist, dass radioaktiver Müll an jenem Ort versenkt wurde, ist dem Papier nicht zu entnehmen. Verantwortungsvolles Handeln ist nicht gleichbedeutend mit Machbarkeitswahn, es setzt vor allem voraus, dass auf die weitere Nutzung der Atomkraft zügig verzichtet wird."

Auf den zweiten Blick liest sich das Positionspapier überdeutlich als Vorfestlegung auf Gorleben als nukleares Endlager für hochradioaktive Abfälle. "Es wird nur noch auf eine geologische Barriere, den sogenannten einschlusswirksamen Gebirgsbereich, gesetzt. Damit wird die geologische Beschaffenheit des Deckgebirges beliebig: wasserführende Schichten im Deckgebirge über dem Salzstock Gorleben, das Fehlen einer wasserabschirmenden Tonschicht, durchaus vergleichbar mit der absaufenden Deponie Asse II, dem Pilotprojekt für Gorleben, sind kein Ausschlussgrund mehr," warnt die BI Umweltschutz. "Das ist ein Spiel mit dem Wasser, Korrosion der Behälter und die Freisetzung von Radioaktivität wären die Folge". Ein Standortvergleich werde in dem Papier trotz aller verbalen Bekundungen des Umweltministers nicht zwingend vorgeschrieben. Die desaströsen geologischen Befunde - 5 von 9 Experten sprachen sich vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages auf einer Anhörung am 20. Juni 1984 gegen Gorleben aus - fänden sogar Eingang in das Papier. Ein Standort dürfe keine "signifikanten Nachteile" (sic!) aufweisen, die Nähe zu kerntechnischen Einrichtungen sei sogar ein Vorteil. "Mit jedem Castortransport nach Gorleben wird demnach ein Endlager Gorleben wahrscheinlicher, was hat das mit wissenschaftlicher Redlichkeit bei der Standortauswahl zu tun?" fragt die BI.

"Gorleben ist verbrannt, geologisch und politisch", fasst BI-Sprecher Wolfgang Ehmke zusammen. Dort wurde nach der Erkundungsphase 1986 mit dem Bau der Schachtanlage begonnen, auf der Basis des Bergrechts wie in der Asse II, also ohne jede Öffentlichkeitsbeteiligung.". Zu dem Demokratiedefizit kommt der galoppierende Glaubwürdigkeitsverlust: auch der Asse II und dem Endlager Morsleben wurde von Experten Sicherheit bescheinigt. Behörden und Politiker haben alle Warnungen von Kritikern ignoriert. Die einstürzenden und absaufenden Atommülldeponien wurden in skrupelloser Weise politisch verteidigt und von der Atomwirtschaft genutzt. "Ein erster Schritt, um die Glaubwürdigkeit bei der angeblich ergebnisoffenen Endlagersuche herzustellen, wäre der Verzicht auf Gorleben."

Bearbeitet am: 29.10.2008/ad


zurück zur Homepage

zurück zur Homepage der BI