Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 11.01.2010

BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg sieht nach weiteren Enthüllungen zur Standortwahl in Gorleben die nächste Investitionsruine der Atomindustrie

Über 30 Jahre hat es gedauert, bis Akten kursierten, die belegen: Gorleben ist nicht wegen seiner geologischen Qualitäten als Endlagerstandort benannt worden. Gesucht wurde ein Areal zur Errichtung eines Nuklearen Entsorgungszentrums (NEZ), groß genug, um eine Wiederaufarbeitungsanlage (WAA), eine Brennelementfabrik, oberirdische Pufferläger und eine Anlage zur Behandlung und Verpackung von Atommüll auf rund 12 Quadratmetern zu konzentrieren. Irgendwie darunter sollte auch das Endlager für die hochradioaktiven Abfälle als Bergwerk aufgefahren werden.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) verweist auf die heutige Ausgabe der Berliner Tageszeitung. Die TAZ stützt sich in ihrem Bericht auf Kabinettsprotokolle der Regierung Albrecht (CDU) sowie auf Unterlagen einer interministeriellen Arbeitsgruppe, die aus 140 niedersächsischen Salzstöcken den angeblich geeignetsten für eine Atommülldeponie auswählen sollte. Die Zeitung legt offen, wie von den Beamten mit Hilfe einer Punktetabelle der Standort eines NEZ festgelegt wurde, der in erster Linie auf die Wiederaufarbeitungsanlage zugeschnitten war: "Nur maximal 32 von 266 erreichbaren Punkten entfielen auf die Geologie des Salzstocks", schreibt die TAZ.

Weitere Punkte habe es für die Wasserversorgung, Verkehrsanbindung, geringe Gebietsnutzung, geringes Einkommen, hohe Arbeitslosenquote, die Ferne des Luftverkehrs oder für die Erdbebensicherheit gegeben. Die beiden geologischen Kriterien "Salzstockteufenlage" und "Zentralität", die lediglich 12,8 Prozent der Gesamtpunktzahl ausmachten, seien sehr allgemein gefasst gewesen: Der Salzstock durfte nicht zu tief und das WAA-Gelände musste zentral über ihm liegen. Mithilfe der Punktebewertung identifizierten die Beamten sieben mögliche Standorte. Ironie der Suchgeschichte, so die BI: "Bis auf Gorleben fanden laut den Dokumenten alle Standorte die Zustimmung des Bundes. Ernst-Albrecht bestand aber im Clinch mit der SPD-geführten Bundesregierung am Ende auf Gorleben."

Stück für Stück setze sich die historische Wahrheit durch. Die Empfehlungen von Fachleuten nach Auswertung der Tiefbohrungen in den 80er Jahren, von Gorleben abzurücken, bestätigten, dass der Standort aus geologischer Sicht von Anfang an nicht haltbar war. Diese Dokumente waren erst im Sommer 2009 bekannt geworden. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss wird sich mit der Schönung der Behördenberichte befassen. "Wenn Schwarz-Gelb dennoch auf den weiteren Ausbau setzt, wird Gorleben zur nächsten gigantischen Investitionsruine der Atomwirtschaft", ist sich BI-Sprecher Wolfgang Ehmke sicher. "Nach den Enthüllungen des vergangenen Jahres, dass die Befunde von Tiefbohrungen im Salzstock Gorleben auf Weisung der Kohl-Regierung von der federführenden Fachbehörde 1983 umgeschrieben und frisiert wurden, um den Bau der unterirdischen Deponie starten zu können, schlagen jetzt die zweifelhaften Auswahlkriterien auf die Gorleben-Befürworter zurück."

Am Samstag, den 17.April 2010 findet in Dannenberg eine Fachtagung der BI Umweltschutz zum Salzstock Gorleben statt. Unabhängige Wissenschaftler berichten über die Unzulänglichkeiten des geplanten Atommüll-Endlagers in Gorleben.

Bearbeitet am: 11.01.2010/ad


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