Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 01.04.2017

Völlig neue Weg beim Rückbau Gorlebens

Ganz neue Wege geht das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Sachen Gorleben: für den Rückbau der Befestigungsanlagen, die das Bergwerk Gorleben immer noch umgeben, soll die Steinlaus eingesetzt werden.

In Kooperation mit der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) und dem Naturschutzverband NABU werden die äußerst seltenen Exemplare des Nagetiers auf dem Gelände des Bergwerks ausgesetzt. Laut des renommierten medizinischen Wörterbuchs Pschyrembel vertilgt die Steinlaus täglich etwa 28 Kilogramm Beton und Ziegelsteine, das Weibchen während der Schwangerschaft fast das Doppelte. Die Gorleben-Mauer soll möglichst umweltschonend abgebaut werden, sagte eine Sprecherin des BfS.

Der seltene possierliche Nager ist vom Aussterben bedroht, bei wissenschaftlichen Grabungen im Erdreich sind jedoch in mehr als 20 Metern Tiefe noch einzelne Tiere gefunden und in zoologische Gärten verbracht worden. „Wenn die Steinlaus in Gorleben zum Einsatz kommt, dann ist das auch das Ende des Plans, dort ein atomares Endlager einzurichten“, freut sich der Widerstand. „Artenschutz geht vor!“

Als nächstes plant die BI in Anlehnung an das Guerilla Gardening, seltene Tier- und Pflanzenarten auf dem Bergwerksgelände auszusetzen, um Gorleben „den letzten Stoß“ zu geben: kleine Nager wie etwa Feldhamster, ein seltenes Exemplar des Feurigen Perlenmutterfalters, der bis 1982 noch im Wendland zu finden war, sollen angesiedelt werden – passend zum Magerstandort. In den Feuerlöschteich wird Gorleben-Fischer Christian Köthke seltene Fische, die auf der Roten Liste stehen, aussetzen - unter anderem Karausche und den Schlammpeitzger.

Als eine seiner letzten Amtshandlungen wird dem scheidenden Präsidenten des BfS, Wolfram König, am 1. April um 11 Uhr am Pförtnerhaus des Bergwerks eine erste Kiste Steinläuse und ein Feldhamsterpärchen von NABU-Vertreter Klaus Müller überreicht.

„Wir sind nicht nur Neinsager, wo wir unser Wissen und unsere Kontakte einsetzen können, wenn es um den Rückbau Gorlebens geht, kooperieren wir selbstverständlich mit staatlichen Einrichtungen“, unterstreicht BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

 

Bearbeitet am: 01.04.2017/ad


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