Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 03.04.2017

Rostige Fässer

… auch in staatlicher Aufsicht

Rostige Fässer in Gorleben… Beim Umräumen und Abtransport von Atommüllfässern im Abfalllager Gorleben, das – noch – von der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) betrieben wird, werden regelmäßig Atommüllfässer „entdeckt“, die Rostspuren aufweisen, sogar Blähfässer werden gefunden. Gerade erst hat sich die Zahl der Atommüllfässer auf 20 erhöht. Aber auch in der Landessammelstelle des Landes Niedersachsens gibt es die gleichen Probleme und zugleich den Plan, diese Abfälle ins Abfalllager Gorleben zu verfrachten, moniert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). „Die Zwischenlagerung funktioniert nicht, was das für die Endlagerung der schwach- und mittelaktiven Abfälle bedeutet, lässt sich unschwer erahnen, nichts Gutes! Da geht es nicht um eine Million Jahre Sicherheit, sondern um „Aus den Augen, aus dem Sinn“.“

Rostfässer sind nämlich keine Besonderheit, auch in der Landessammelstelle des Landes Niedersachsen, in Leese, sieht es ähnlich aus. Mal ist ein Fass falsch deklariert, mal werden rostige Fässer gefunden. Das Besondere: in diesem Fall ist das Land selbst Betreiber. In der Landessammelstelle für radioaktive Abfälle Niedersachsen (LSSt) lagern derzeit 12.080 Stück 200-l-Fässer, und das niedersächsische Umweltministerium als Verantwortlicher überlässt den Betrieb der Landessammelstelle einem sogenannten „Dritten“, der GNS, die wiederum eine weitere Firma (Eckert & Ziegler Nuclitec) beauftragt.

„Wenn schon nach kurzer Zwischenlagerdauer so große Probleme auftauchen und das unter staatlicher Aufsicht, so denkt man mit Grausen an eine Endlagerung und die Strahlenfolgen. Woher aber soll eigentlich das Vertrauen resultieren, dass beim kommenden Wechsel der Zuständigkeiten alles besser würde, wenn in Gorleben nicht mehr die GNS, sondern der Staat zuständig auch für die Zwischenlagerung ist?“, fragt die BI. Im Jahr 2020 übernimmt der Staat die Regie im Abfalllager, ein Jahr zuvor bereits auch für die Castor-Halle.

„Es kann also noch abenteuerlich werden“, prognostiziert BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, „denn uns liegt das Protokoll der Begleitgruppe Landessammelstelle Leese vor, wo darüber spekuliert wird, wohin die Leese-Abfälle eines Tages gebracht werden könnten, wenn dort keine neue Halle gebaut wird: Ahaus, Karlsruhe und Gorleben sind dabei im Spiel.“ Erste Gespräche darüber würden bereits geführt, informierten die Mitarbeiter des niedersächsischen Umweltministeriums in jener Sitzung.

Peinliche Pikanterie am Rande: eine Vielzahl der Gebinde dürfte auch nicht ins umstrittene Endlager Schacht Konrad, weil die Einlagerungsbedingungen nicht erfüllt sind, also wohin damit?

 

Bearbeitet am: 07.04.2017/ad


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