Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 26.04.2017

31. Tschernobyl-Jahrestag:

Widerstand weiterhin notwendig

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) erinnert an den 31. Jahrestages der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl (26. April). „Tschernobyl hat sich im kollektiven Gedächtnis stark eingebrannt, weil auch Nord- und Mitteleuropa vom radioaktiven Fall-out direkt betroffen waren. Verwaiste Kinderspielplätze, Molkepulver statt Frischmilch und Hamsterkonserven gehörten zum Alltag. Becquerel wurde zum geflügelten Wort“, schreibt die BI.
Als die erste Erstarrung nach dem SuperGAU wich, folgten am 8. und 9. Mai 1986 5000 Menschen dem Aufruf der BI zum „Endlagerspektakel“ in Gorleben. Die SPD gab schließlich ihren Pro- Atom-Kurs auf und die Pläne, in Wackersdorf/Bayern statt in Dragahn/Wendland eine Wiederaufbereitungsanlage zu errichten, wurden begraben. „Die Sache ist nicht durch, weder in Gorleben, noch national“, betont Bi-Sprecher Wolfgang Ehmke. „Es ist schon bizarr, dass 31 Jahre später noch immer um Gorleben als Endlagerstandort gerungen wird. Statt die überflüssigen Atomkraftwerke im Lande sofort abzuschalten, bleiben sie bis 2022 eine latente Bedrohung und potenzieren das Atommülldilemma.“
Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) ruft zum weiteren Widerstand gegen
Atomkraftwerke und Atomanlagen im In- und Ausland auf. Der Verband bezeichnet den Weiterbetrieb von AKW und Atomanlagen bundesweit und auch international als verantwortungslos. Der BBU warnt davor, dass sich jederzeit wieder eine schwere Atomkatastrophe ereignen kann.
„Auch 31 Jahre nach Tschernobyl würden die Hilfskräfte eine derartige Katastrophe nicht bewältigen können. Katastrophenschutz ist wichtig, kann aber zur Bewältigung von Atomkatastrophen nicht funktionieren,“ mahnt BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und von den für Atomanlagen zuständi¬gen Landesministern fordert der BBU die sofortige Aufhebung aller Betriebsgenehmigun¬gen der noch laufenden AKW und Uranfabriken. Der BBU bezeichnet es als unerträglich, dass noch immer mit
Uranbrennstoff aus Gronau und Lingen Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich und anderswo betrieben werden. „Diesem Nuklearspuk muss ein Ende bereitet werden“, so Udo Buchholz.

Das Augenmerk des BBU gilt auch stillgelegten Atomkraftwerken. Der BBU lehnt die Verbringung von sogenanntem freigemessenen Atommüll auf Mülldeponien und in Verbrennungsanlagen ab. „Freigemessen“ bedeutet, dass radioaktiv belasteter Abfall, der eine bestimmte Belastung unterschreitet, nicht mehr unter das Atomrecht fällt, sondern zu „normalem“ Müll erklärt wird und dann deponiert, verbrannt oder – das ist der größte Teil - frei verwertet werden darf. Damit erhöht sich zum einen die radioaktive Strahlung in der Umwelt, zum andern können die radioaktiven Stoffe eingeatmet werden oder in Nahrungsmittel gelangen. Bundesweit werden aus dem Abbau der Atomanlagen Hunderttausende von Tonnen dieses Abfalls anfallen.

Der BBU und die BI Umweltschutz halten es für dringend erforderlich, dass beim Thema Atomausstieg auch der Uranabbau nicht vergessen wird. Sie fordern daher auch die sofortige Stilllegung aller Uranminen in Australien, Kanada, Afrika und anderswo.

 

Bearbeitet am: 26.04.2017/ad


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