Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 22.04.2018

Kommt das Aus für die Pilot-Konditionierungsanlage?

Fachworkshop zu Übernahme aller Zwischenlager durch die BGZ

Die Übernahme der zwölf kraftwerksnahen Zwischenlager durch die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) zum 1. Januar 2019 sieht Dr. Hans-Jürgen Brammer als eine „sportliche Herausforderung“. Der Geschäftsführer der Brennelementlagergesellschaft Gorleben (BLG) und sein BGZ-Kollege Burghard Rosen erläuterten auf einem Fachworkshop des „atommüllreports“ (www.atommuellreport.de), eines Zusammenschlusses von Anti-Atom- und Umweltinitiativen, ihre Planungen und Schwierigkeiten, die aus der gesetzlichen Neuordnung der Zuständigkeiten bei der Atommülllagerung resultieren.

Das Interesse an diesem Fachworkshop in Hannover, der auch von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) unterstützt wurde, war entsprechend groß, denn mit der Übertragung der Zuständigkeiten von den Kraftwerksbetreibern auf die BGZ ist auch die Aufgabe verbunden, diese als „autarke Betriebe“ weiterzuführen. Absehbar sei jetzt schon, so die BGZ-Vertreter, dass dieses ohne Dienstleistungsverträge mit den AKW-Betreibern nicht zu wuppen sei.

Pikanterie am Rande: So würden dann Mittel aus dem staatlichen Atommüllfonds, in den die AKW-Betreiber eingezahlt haben, wieder an sie zurückfließen. Noch schwieriger würde es, wenn auch weitere zwölf Lager mit schwach- und mittelaktiven Abfällen ein Jahr später zum 1. Januar 2020 ebenfalls in die Zuständigkeit der BGZ fielen, dann nämlich würde Müll, der bereits endlagerfertig verpackt sei und in staatlicher Verantwortung gelagert würde, neben Müll stehen, der noch in die Verantwortung der Atomkraftbetreiber fiele – ungelöst sei bisher auch die Finanzierung dieser Mischpoke.

Für die Konditionierung des Atommülls würde in keinem Fall die Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) in Gorleben genutzt, erklärte Brammer auf Nachfrage von BI-Sprecher Wolfgang Ehmke kategorisch: „Das ist ausgeschlossen!“ Die BGZ erarbeite gegenwärtig Konzepte mit dem Ziel, diese kostspielige Anlage atomrechtlich loszuwerden, das Ziel, so Brammer, sei die Stilllegung. Dazu gehöre auch, dass für den Fall, dass eine Wartung von defekten Castorbehältern notwendig würde, Alternativen vorhanden seien, die die PKA überflüssig machten.

Eine Neubewertung der Sicherheit und bei der Sicherung der Zwischenlager gegen Unfälle oder terroristische Angriffe sei bei der Übertragung der Betriebsgenehmigungen auf die BGZ hingegen nicht geplant. Aber genau das will die BI – an allen Zwischenlagerstandorten müssen es Regionalkonferenzen geben, um genau diese Neubewertung vornehmen zu können, forderte Ehmke und ist sich sicher:“ Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen!“

 

Bearbeitet am: 22.04.2018/ad


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