Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

Rosenstr. 20
29439    LÜCHOW
Tel. +49 (58 41) 46 84
Fax +49 (5841)  31 97

Bürozeiten:
Montag bis Freitag.
von 9-16 Uhr
Dienstag und Donnerstag  bis 18 Uhr

E-mail für  die Presse:

Mails an diese Adresse bitte
nur für Presseleute, andere können
wegen Zeitmangel nicht beantwortet werden.


Adresse bitte von Hand eingeben
oder unser Kontaktformular verwenden


E-mail:
Adresse bitte von Hand eingeben
oder unser Kontaktformular verwenden
Spendenkonto

"Spende zugunsten der BI Umweltschutz  Lüchow-Dannenberg e.V." sind Steuerabzugsfähige Spenden.

vom 23.03.2019

Gorleben ist noch nicht Geschichte

Am 25. März 1979 startete der legendäre Treck von Gedelitz nach Hannover. Zwei Jahre zuvor hatte der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) Gorleben als Standort für ein Nukleares Entsorgungszentrum (NEZ) erkoren.

Vom 28. März bis zum 3. April fand in Hannover das sogenannte „Gorleben-Hearing“ statt: über sechzig Experten debattierten unter dem Vorsitz von Carl Friedrich von Weizsäcker über die grundsätzlich sicherheitstechnische Realisierbarkeit des NEZ. Diesem Kongress wollten die Demonstranten und Treckerfahrer*innen nach den ersten Baugrunduntersuchungen im Raum Gorleben buchstäblich auf die Pelle rücken und statteten am Rande der Großkundgebung mit rund 100.000 Demonstranten den Debattierenden einen Besuch ab.

Albrecht rückte schließlich von dem Vorhaben ab, in Gorleben auch eine Wiederaufarbeitungsanlage bauen zu lassen. Allerdings hielt er daran fest, ein Zwischen- und das Endlager errichten zu lassen. An dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) schrieb er:

„Wie ich Ihnen am 30. April sage und am Kernenergierat am 15. Mai wiederholt habe, kann eine Baustelle in Gorleben zur Zeit, d.h. solange die überwiegend feindliche Einstellung der Bevölkerung vor Ort und das starke Engagement weiter Bevölkerungskreise in der Bundesrepublik gegen das NEZ gegeben sind, mit vertretbaren polizeilichen Mitteln nicht geschützt werden. (…) Hingegen glaub die Landesregierung, daß zumindest eine gute Chance gegeben ist, die Tiefbohrungen vornehmen zu können, wenn die Wiederaufarbeitungsanlage aus der Planung herausgenommen wird. In der Tat ist es dieser Teil des NEZ, der vor allem die Ängste der Bevölkerung auf sich gezogen hat. (…) Entscheidend ist, daß die Arbeiten zur Vorbereitung eines Endlagers weitergehen und daß die Entsorgungskoppelung nicht den Betrieb der vorhandenen Kernkraftwerke lahmlegt und den Bau weiterer verhindert.“ (Quelle: Zwischenschritte. Die Anti-Atom-Bewegung zwischen Gorleben und Wackersdorf) https://www.bi-luechow-dannenberg.de/produkt/buch-zwischenschritte/

Der Treck verhalf der Anti-Atom-Bewegung in Deutschland zu einem Durchbruch und entfachte eine Debatte, die bis heute nicht abgeklungen ist. Immer noch, so die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) ist der gesellschaftliche Umgang mit dem Atommüll nicht abschließend geklärt und der Salzstock Gorleben wird nach der Entscheidung vor 40 Jahren immer noch als mögliches Endlager gehandelt, das Bergwerk wird als Atommülllager offengehalten. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Gorleben ist noch nicht Geschichte. Außerparlamentarischer Protest ist weiter auf der Tagesordnung, aber Gorleben gehört auf den Misthaufen der Atom-Geschichte.“

 

Bearbeitet am: 23.03.2019/ad


zurück zur Homepage

zurück zur Homepage der BI