Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 05.02.2020

„Der Kastor kommt“ – das Paulihaus auch?

Von der Notwendigkeit des Widerstands für die Zivilgesellschaft

Hafenstrasse, Rote Flora, Essohäuser, Gängeviertel – Hamburg wäre sehr viel grauer, wenn nicht einige Menschen irgendwann gesagt hätten „Bis hier hin und nicht weiter.“ Widerstand und ziviler Ungehorsam haben sich im Rückblick oftmals als rechtmäßig und für die kreative Kraft der Stadt sogar als lebensnotwendig erwiesen. Aktuell zeigen die Vorgänge um das sogenannte „Paulihaus“ und die Schilleroper die Notwendigkeit, sich nicht allein auf parlamentarische Regulationsmechanismen zu verlassen.

Formen des Widerstandes sind vielfältig. Sie reichen von Informationsveranstaltungen, Bürgerinitiativen und Bürgerentscheiden über Performances, Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen bis hin zu offener Gewalt. Hamburg ist bis heute zutiefst traumatisiert und gespalten durch die Demonstrationen während des G20 Gipfels.

Die wie sich aktuell beweist hochgradig legitimen Anliegen Hunderttausender, die zwei Wochen lang gegen Trump, Klimaverbrecher und globalen Raubtierkapitalismus demonstrierten, gingen in der öffentlichen Wahrnehmung völlig unter durch unkontrollierte Gewaltausbrüche eines viel kleineren entfesselten Event-Mobs. Freundschaften gingen darüber in die Brüche, in ganzen Vierteln ist das Vertrauen zu Senat und Polizei nachhaltig verloren gegangen, das politische Klima ist vergiftet, der Präzedenzfall Rondenbarg könnte mittelfristig zu einer Aushebelung des Demonstrationsrechtes führen. Erst seit Fridays for Future werden Demonstranten in Hamburg nicht mehr a priori von Politik und Polizei als potentiell kriminell eingestuft.

Doch ist Widerstand wirkungsvoll, wenn er sich brav an die Vorgaben von Parteien, Wirtschafts-Verbänden und Investoren hält? Die Grenzen zwischen politischem Protest, zivilem Ungehorsam und Widerstand gegen behördliche oder polizeiliche Maßnahmen sind ebenso fließend wie individuell auslegbar.

Wolfgang Ehmke hat als Aktivist und langjähriger Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg eine mittlerweile jahrzehntelange Erfahrung mit diesem Grenzgängertum. In seinem Roman "Der Kastor kommt! - Eine Beziehungsgeschichte" hetzt sein "Held" Robert zwischen dem Schanzenviertel in Hamburg und dem Wendland sowie seinen zwei Existenzen als „bürgerlicher“ Lehrer einerseits und Anti-Atomkraft Aktivist hin und her. In seinen Träumen wirkt das Aktionsgeschehen rund um den Castortransport 2011 nach. Er beschreibt beide Seiten. Den Demonstranten in der Blockade, der fast von einem Räumpanzer überrollt wird, genauso wie den Polizisten, der im Inneren seines Fahrzeugs erlebt, wie dieses von einem Molotow-Cocktail getroffen wird.

Über die Notwendigkeit des Widerstands für unsere Zivilgesellschaft und die „freie Stadt der Zukunft“ sowie die Evolution moderner Widerstandsformen diskutiert Ehmke im Anschluss an seine Lesung mit Niels Boeing, Journalist, Buch-Autor und Aktivist im Netzwerk „Recht auf Stadt“. Das Ganze in den Räumlichkeiten von „Sole Rebels“, Neuer Kamp 3, genau gegenüber vom geplanten „Paulihaus“.

Musikalisch begleitet wird das Ganze von Jörn-Peter Boll alias „Jörn macht Musik“. Jörn ist auf Demonstrationen groß geworden, seine Eltern gehören zu den aktivsten Gegnern des Kernkraftwerks Krümmel und begleiten nach dem erfolgreichen Widerstand gegen den Weiterbetrieb jetzt den Rückbau des Atommeilers. Der Singer Songwriter, der im Januar sein zweites Album präsentiert hat, findet die Welt schön, wie sie ist, und will sie doch jeden Tag ändern. Er will sie vor allem mit Hilfe intelligenter Texte und ehrlicher Musik bereichern und mit Humor dahin gehen, wo es wehtut.

Wolfgang Ehmke (Pressesprecher BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg) liest aus seinem neuen Buch "Der Kastor kommt" und diskutiert mit Niels Boeing (Recht auf Stadt)

Musikalisch begleitet von Jörn P. Boll

Wann: Samstag, 8. Februar, 16 Uhr Wo: Hamburg, SoleRebels, Neuer Kamp 3 (gegenüber der Rindermarkthalle)

 

Bearbeitet am: 05.02.2020/ad


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