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vom 18.06.1991

„Polizei muß die Suppe auslöffeln”

GdP: Kritik an Container-Hickhack

Lüchow. Es sei wieder einmal zu befürchten, daß im Streit um die Einlagerung von radioaktivem Müll in das Zwischenlager Gorleben die Polizei gegenüber den Bürgern die Suppe auslöffeln müsse. Als „unerträglich" bezeichnet die Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen (GdP) den politischen Hickhack um den Mol-Container, der auch gestern noch in der Lüchower Polizeiunterkunft zwischengelagert wurde.

Es könne als sicher angesehen werden, so die Polizeigewerkschaft, daß die Bürger um Lüchow die politische Entscheidung nicht akzeptieren würden und auf ihre Forderung auf Abtransport des radioaktiven Mülls aus Mol bestehen werden. „Es ist schon eine Zumutung, radioaktiven Müll zur Einlagerung auf den Weg zu bringen, ohne vorher genau die Einlagerungsbestimmungen und Herkunftsnachweise überprüft zu haben", kritisiert der Landesbezirksvorsitzende Horst-Udo Ahlers die derzeitige Situation.

Die GdP stelle sich viel auf die Seite der Bürger und fordert eine eindeutige Klärung der Angelegenheit: „Wenn die Herkunft des radioaktiven Mülls in einem Container nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, so ist dieser an den Ausgangsort zurückzuschaffen", meint Ahlers weiter. Was der GdP-Landesbezirksvorsitzende für gesellschaftlich unverantwortlich hält: daß Polizei zum jetzigen Zeitpunkt gegen demonstrierende Bürger eingesetzt wird. „Räumung zur Beendigung eines politischen Skandals belastet das Verhältnis Bürger –Polizei", macht die GdP ihre Position deutlich.

Bearbeitet am: 21.06.2016/ad


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