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vom 19.06.1991

"Getreten, bespuckt"

 Polizei: Hundeeinsatz war notwendig

Gorleben. Der Diensthundeeinsatz sei notwendig gewesen, um zu verhindern, daß Atomkraftgegner unter die Container kriechen. Mit diesem Argument rea gierte Polizei-Einsatzleiter Heinz Heitmann auf das gestern wohl umstrittenste Polizeimittel bei der Räumung der ZwischenlagerBlockade.

Heitmann bezeichnete das Unternehmen als „geglückt". Eskaliert sei die Auseinandersetzung erst, als der Bremsschlauch des ersten Fahrzeugs durchtrennt wurde und die Sitzblockaden einsetzten – davor habe man die Situation gut im Griff gehabt. Heitmann betonte das anfängliche Bemühen, den Konvoi ohne Zwangsmittel einzuliefern; die Eskalation sei nicht auf die Polizei zurückzuführen. Eine Provokation sei von den Beamten nicht ausgegangen.

Die Polizisten seien „getreten, bespuckt und mit Steinen beworfen" worden, so Heinz Mahlke, Pressesprecher der Polizeieinsatzleitung in Lüneburg. Seiner Meinung nach könne man es den Beamten nicht anlasten, daß die Atomkraftgegner durch den Wald stürmten und die Situation eskalieren ließen, als eigentlich schon alles vorbei war. Der Pressesprecher gestern nachmittag zur EJZ: „Einen derart heftigen Widerstand hatten wir nicht erwartet."

-gel-

 

Bearbeitet am: 21.06.2016/ad


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