ejzmini.gif (1299 Byte)

vom 22.10.1992

Erweiterung schafft Platz für die dreifache Müllmenge

So hoch wie das Castor-Lager

ür Gorleben. Die von der Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG) geplante zusätzliche Halle für schwach- und mittelradioaktive Abfälle wird, wenn sie dann genehmigt wird, stattliche Ausmaße erreichen. 30 Mio. DM will man es sich kosten lassen, damit das Gebäude in einer Länge von 110 m, rund 75 m Breite und 19 m Höhe entstehen kann. Damit wird es ebenso hoch sein wie das Lager für die in Castor-Transportbehältern aufbewahrten abgebrannten Brennelemente. Das Aufnahmevolumen würde sich von jetzt 15 000 Kubikmeter auf 45 000 m3 steigern.

Das neue Abfallager (ALG II), nach Ansicht der Energiewirtschaft notwendig, weil sich die Inbetriebnahme des Schachtes Konrad als Endlager für diese Abfälle verzögern wird, soll nach Angaben von Auer – ebenso wie das ALG I – „ausschließlich der Zwischenlagerung von konditionierten, radioaktiven Abfallstoffen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung aus kerntechnischen Anlagen" dienen. Für die Lagerung seien die gleichen Behälter- und Containertypen aus Stahl, Beton oder Gußeisen wie im ALG I vorgesehen.

Gebäudehöhe, Statik und technische Gebäudeausstattung ermöglichten die Mehrfachstapelung der Gebinde. Eine vergleichbare Lagertechnik werde seit Jahren im Kernforschungszentrum Karlsruhe eingesetzt.

Für die Errichtung und den Betrieb der Lagerhalle seien keine zusätzlichen Erschließungsmaßnahmen erforderlich, betonte Auer. Auch die radiologischen Auswirkungen auf die 'Umgebung würden sich durch den Betrieb des neuen Lagers nicht verändern. Der schon mit Erteilung der Genehmigung für den Betrieb des Zwischenlagers im Jahre 1983 festgelegte Wert von maximal 70 Mikrosievert (gleich 7 Millirem) am Zaun des Betriebsgeländes werde auch unter Einbeziehung des neuen Lagerbereiches eingehalten.

„Dieses sind gerade fünf Prozent des entsprechenden Grenzwertes der Strahlenschutzverordnung und liegt deutlich innerhalb der Schwankungsbreite der natürlichen Strahlung an diesem Ort", erklärte der BLG-Sprecher.

Neben dem baurechtlichen Genehmigungsantrag für die Erweiterung des Abfallagers werde die BLG bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg, auch für den Neubau die Genehmigung für den Umgang mit radioaktiven Stoffen gemäß § 3 der Strahlenschutzverordnung beantragen. In diesem Verfahren werden alle diejenigen Sachverhalte geprüft, die für die Handhabung der radioaktiven Stoffe von Bedeutung sind.

Bearbeitet am: 30.10.2017/ad


Zurück zur Homepage