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vom 07.07.1993

Positionspapier von Töpfer: Auch andere Gesteinsformationen sollen untersucht werden

Abrücken von Endlagerplänen für Salz?

gel Gorleben. Neben dem Salzstock Gorleben für einmögliches atomares Endlager sollen in Deutschland auch andere Standorte mit weiteren Gesteinsformationen untersucht werden.

Diese Forderung hat das Bundesumweltministerium in einem Positionspapier für die vorige, dritte Runde der Energiekonsensgespräche erhoben. Die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) begrüßt das Statement als ein „Abrücken des Bonner Umweltministeriums von den Gorlebener Endlagerplänen".

Unter dem Titel „Zwischenergebnis zum Komplex Kernenergie" schlägt Töpfer erneut vor, neben Gorle-ben auch weitere Standorte in Deutschland zu untersuchen. Ein anderer Kernpunkt des der EJZ vorliegenden Töpfer-Papieres ist aber auch: weiterhin die Option auf Kernenergie.

Die Entscheidungen, ob neue Kernkraftwerke „in größerem Umfang" gebaut werden müßten, werde sich etwa Mitte des nächsten Jahrzehnts entscheiden. Und: „Der Errichtung eines neuen Reaktors wird zugestimmt, wenn sich deutsche Energieversorgungsunternehmen zum Bau bzw. der Beteiligung am Bau einer solchen An lage entschließen."

In dem Papier heißt es zudem, daß die im Bau befindliche Pilotkonditionierungsanlage (PKA) in Gorleben „eine sinnvolle Vorbereitung der weiteren Entsorgung im Rahmen der direkten Endlagerung" darstelle. Gleichzeitig müßten weitere Zwischenlagerkapazitäten für hochaktive Abfälle bis zum Jahr 2000 geschaffen werden.

Die Elektrizitätswirtschaft werde einen Antrag zum Bau eines zusätzlichen Zwischenlagers mit einer Kapazität wie in Ahaus und Gorleben stellen, meint Töpfer. Wörtlich heißt es zudem: „Mit der direkten Endlagerung und entsprechenden zuwachsenden Zwischenlagerkapazitäten könnten sich zeitliche Spielräume bei der Bereitstellung von Endlager- und Konditionierungskapazitäten ergeben."

Immer wieder biete Klaus Töpfer den Verzicht auf das Endlagerprojekt in Gorleben an, hält die Bürgerinitiative in einer Stellungnahme fest. Umso "unverständlicher" sei es, daß die Töpfer-Behörde Bundesamt für Stahlenschutz (BfS) die Demonstranten einer Schachtbesteigung vor drei Jahren mit 126 000 DM zu Kasse bittenwolle.

Die Atomkraftgegner empfehlen Klaus Töpfer „auch ab und zu einen Blick über den Grenzzaun": Die niederländische Regierung habe Mitte Mai die Projekte zur Lagerung hochaktiver Abfälle in Salzstöcken aufgegeben. Hochaktive Abfälle sollten rückholbar gelagert werden, der Einschluß im Salz verhindere ein derartiges Konzept. "Der Trend, auch international, weg vom Salz ist klar", fordert BI-Sprecher. Ehmke das endgültige Aus für das Gorlebener Projekt.

Bearbeitet am: 09.07.2018/ad


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