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vom 28.07.1993

Sternfahrer machten Schachtbesuch

200 kletterten über die Mauer

gel Gorleben. Parallele zum Neujahrstag: Am Montagabend sind etwa 200 Menschen über die Mauer des Erkundungsbergwerkes für ein atomares Endlager in Gorleben gestiegen, haben sich das Gelände angesehen und informative Gespräche mit dem dortigen Personal geführt. Es handelte sich bei der unangemeldeten Besuchergruppe um Teilnehmer der Sternfahrt per Fahrrad zum Magdeburger Umweltfestival (wir berichteten), das heute beginnt.

Bild: ÜBER DIE MAUER des Erkundungsbergwerkes für ein atomares Endlager in Gorleben sind am Montagabend etwa 200 Menschen auf das DBE-Gelände gelangt.

Zu weiteren Zwischenfällen ist es nicht gekommen.

Die Gruppe war zuvor auch auf das Gelände der Zwischenlagerbetreiberin BEG gelangt und hatte sich vom Wall aus die Zwischenlager sowie die entstehende Pilotkonditionierungsanlage angesehen. Ihren Protest gegen die Gorlebener Atomanlagen generell unterstrich die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI). Dieter Schaarschmidt von der BI, der die „Besuchergruppe" führte und informierte, forderte vor allem dies: daß die Mahnbescheide über rund 127 000 DM gegen die Schachtbesetzer von vor drei Jahren zurückgezogen werden. Den derzeitigen Bau im Erkundungsbergwerk bezeichnete er als illegal.

Bild: AM SCHACHT I haben sich Teilnehmer an der Sternfahrt zum Umweltfestival in Magdeburg ein Bild gemacht über die Arbeiten am Gorlebener Erkundungsbergwerk für ein atomares Endlager.

Auf dem Gelände des Erkundungsbergwerkes ist es nach Informationen der EJZ zu keinen Sachbeschädigungen gekommen. Die Deutsche Gesellschaft zum Bau von Endlagern (DBE) wird jedoch Anzeige gegen unbekannt wegen Hausfriedensbruches erstatten.

Während des etwa halbstündigen unangekündigten Besuches sei es auch zu einer Arbeitsunterbrechung gekommen, meinte Dr. Rolf Meyer von der DBE. Nach der Begehung verließ die Gruppe das Gelände über eines der Haupttore, des geöffnet wurde.

Die Polizei griff nicht ein. „Die Gruppe war sehr friedfertig" und „wies keine militanten Züge" auf, sagte der hiesige stellvertretende Polizeichef Rolf Burmester. Bereits am Neujahrstag waren rund 300 Atomkraftgegner ebenfalls auf das Gelände der DBE gelangt. Auch damals hatte die dortige Betreiberin Anzeige gegen unbekannt gestellt. Die hiesige Kriminalpolizei ermittelte seinerzeit gegen mindestens zwei Personen konkret; diese Ermittlungen sind jüngst von der Lüneburger Staatsanwaltschaft eingestellt worden.

Bearbeitet am: 18.07.2018/ad


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