ejzmini.gif (1299 Byte)

vom 31.03.1993

Zwischenlager-Einfahrt zugemauert BLG erstattet Strafanzeige — Gorleben-Gegner:

Atomindustrie Steine in den Weg legen

gel Gorleben. Über vierzig Atomkraftgegner haben gestern mittag das Hauptzufahrtstor des Gorlebener Zwischenlagers mit Steinen zugemauert. Damit wollten sie gegen die Pläne der Brennelementlagergesellschaft (BEG) protestieren – Pläne, die auf eine Nutzungserweiterung des Zwischenlagers hinauslaufen. Einen Tag vor Ende der Auslegung der Planungsunterlagen starteten die Atomkraftgegner die Aktion. „Nicht mit uns", heißt es in einem Handzettel. Durch die weiteren Pläne solle das Gorlebener Zwischenlager zu einer „Aalzweck-Deponie für alle Arten hochradioaktiven Chemiemülls" gemacht werden, kritisieren die Atomkraftgegner.

Bild: 2 Aufn.: J. Feuerriegel

Sie errichteten nicht nur die vier Meter breite und über zwei Meter hohe Mauer vor der Zufahrt, sondern sprühten auch Sprüche an die Mauer („Ein Wand, Ein Spruch, BEGEH!"/ Foto oben rechts). Zudem klebten sie Plakate an Fenster des Zwischenlager-Eingangsgebäudes und sprühten Sprüche und Zeichen an Wände und Scheiben (Foto oben links).

Die BLG wird nach dieser halbstündigen Aktion Strafanzeige stellen: wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. BLG-Chef Reinhard König konnte gestern noch keine Angaben über die Höhe des angerichteten Schadens machen. „Übel" finde er es, daß auch Sprüche mit deutlicher Nähe zur Terrorgruppe RAF auf die Wände und Scheiben gesprüht worden seien. König möchte nun von der hiesigen Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) wissen, ob sie sich von diesen Äußerungen distanziere. Die errichtete Mauer sei bereits gestern mittag wieder entfernt worden.

In dem verteilten Handzettel der Atomkraftgegner heißt es dagegen wörtlich weiter: „Wir wissen: Für den Atommüll, der hier auf unbestimmte Zeit deponiert werden soll, gibt es nirgendwo auf der Welt eine sichere Aufbewahrung. Den Weg hierher kommt der Atommüll über die Straße – den Weg nach draußen findet die Radioaktivität von alleine: über das Grundwasser, mit der Abluft und über den Schornstein." Der sofortige Ausstieg aus der Atomindustrie und der Stopp aller Atomtransporte wird gefordert. Das Flugblatt schließt: „Wir werden der Atomindustrie weiter Steine in den Weg legen."

Bearbeitet am: 27.03.2018/ad


Zurück zur Homepage