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vom 17.10.1994

Atomkraftgegner zogen von Pölitz zum Zwischenlager um

Protest-Dorf wieder in Gorleben

gel Gorleben. „Castornix" ist wieder bewohnt: Seit Sonnabend befinden sich rund 15 Atomkraftgegner auf der Waldfläche schräg gegenüber dem Gorlebener Zwischenlager, um unter anderem gegen die Einlagerung eines ersten Castors mit hochradioaktivem Atommüll zu protestieren.

Eine Entscheidung, wie lange man bleiben will, ist bei einer Besprechung am Sonnabend offengeblieben. Sehr wohl gibt es aber Überlegungen, am Zwischenlager sogar zu überwintern.

Ein großes Kontaktzelt ist mittlerweile aufgebaut. Einige Wohnwagen, Kleinzelte und Unterstände geben dem Areal erneut den Charakter eines Hütten- und Wagendorfes. Damit sind die Atomkraftgegner ein zweites Mal nach Verfügungen des Landkreises umgesiedelt: Nach der ersten Verfügung waren etwa 50 Pro- testier Ende Juli aus „Castor- nix" in Richtung Pölitz gezogen.

In „Castornix" hatten auf dem Höhepunkt der Proteste bis zur Räumung Mitte Juli mehrere hundert Menschen gegen Atomenergie demonstriert (wir berichteten). Nach einer weiteren Verfügung für das Hüttendorf auf einer Wiese in Pölitz sind die Atomkraftgegner nun direkt ans Zwischenlager zurückgekehrt.

Wie lange, ist absolut offen vor altem, weil man erneut mit einer Verfügung des Landkreises rechnen muß. Wie ein Bewohner des Wagendorfes gegenüber der EJZ sagte, wolle man mit der Verwaltung diese Woche Kontakt aufnehmen.

Das von Atomkraftgegnern gewünschte Ergebnis: daß das Hüttendorf geduldet werde. Das Witten- und Wagendorf, das jetzt eventuell sogar noch einmal einen neuen Namen bekommt, soll unter anderem als Anlaufpunkt und Informationsstelle dienen. Das Dorf soll weiterhin als Symbol des Widerstandes gegen die Atomanlagen gelten, sei aber auch, so einer der Bewohner, eine Art Wohn- und Lebensexperiment geworden.

 

Bearbeitet am: 17.10.2019/ad


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