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vom 24.01.1995

„Spiegel"-Meldung wird dementiert

Merkel-Offerte an die Schwaben AG?

gel Gorleben. Hat Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) in Sachen Castor-Transport eine Offerte an das Stromunternehmen Energie-Versorgung Schwaben AG gemacht, das Unternehmen gar „unter Druck” gesetzt? Dies jedenfalls hat das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet. Danach habe Merkel angeregt, die in Philippsburg abfahrbereiten hochradioaktiven Brennstäbe statt nach Gorleben in die französische Wiederaufarbeitung zu schicken. Das Merkel-Ressort und die Schwaben AG haben gestern gegenüber der EJZ unisono eine solche Offerte dementiert.

Das Gegenteil sei vielmehr ler Fall: Der Schwaben-AG-Vorstandsvorsitzende Wilfried Steuer habe sich jüngst in Bonn mit der Umweltministerin getroffen. Dort habe Steuer, so eine Sprecherin der AG, den Eindruck gewonnen, daß der Bund es sogar begrüßt, wenn die Betreiber an dem Transport nach Gorleben festhalten sollten. Und auch Angela Merkel weist den „Spiegel"-Bericht zurück: Sie habe in dem Gespräch vielmehr die alleinige Zuständigkeit der Betreiber unterstrichen, wohin sie die Brennelemente verbringen wollen.

Nach Angaben des „Spiegel" dagegen habe Merkel sehr wohl Vorstandschef Steuer wissen lassen, daß sie einen Antrag, den Castor nach La Hague zu schicken, sofort unterschreiben Dadurch sollte, so das Nachrichtenmagazin, angeblich eine Störung der Energiekonsensgespräche vermieden
werden.

 

Bearbeitet am: 24.01.1995/ad


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