vom 04.04.1998

Vorzug auf der Interessentenliste

BI will auf Castoren werben

 

gel Gorleben. Die Idee, Castor-Wände als Werbeflächen zu benutzen, treibt skurrile
Blüten: Die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) ist an die Werbeagentur WAN
herangetreten und möchte für ihre Ziele auf der Castor-Außenwand werben. Die Agentur
aus Bünde hat der BI inzwischen sogar geantwortet: "Gern räumen wir Ihnen und Ihrer
Initiative einen Vorzugsplatz in der Interessentenliste ein." Ob allerdings überhaupt
geworben werden darf, das wird im Bundesumweltministerium und bei den
Energieversorgungsunternehmen entschieden. Bekanntlich hatte die WAN nach dem
jüngsten Castoren-Transport nach Ahaus die Castor-Wände während des Transportes als ideale Werbefläche ausgemacht. Es sei eigentlich ein Gag gewesen, meint Bernd Anker von der Agentur. Dem Bundesumweltministerium habe man das Angebot unterbreitet, für 100000 DM die Rechte zu erwerben, die Castor-Außenwände mit Werbung zu bestücken. Was aus diesem Angebot werde, müsse man jetzt erst einmal abwarten, meint Anker.

Werbeagentur schickt BI Spendenscheck

Die BI hat die Idee gerne aufgegriffen. In dem Schreiben an WAN bekundeten die Atomkraftgegner: "Als Initiative, die sich seit Jahren bei Castor-Transporten querstellt, würden wir gern das Event des Aktionsgeschehens, das wir selbst provozieren, plakativ steigern." Die Castor-Behälter könnten demnach, gerade wegen der medialen Aufmerksamkeit, auch die zentralen Botschaften der BI transportieren - als da wären: "Atommülltransporte Stop" oder "Atomkraft Stop".

Kaum anzunehmen allerdings, daß die Energieversorger Werbefläche für derartig Parolen freigeben. Bei de Werbeagentur ist man nach wie vor gespannt auf die Antwort aus Bonn. Sobald es eine geben sollte, soll die BI informiert werden. Die Werbeagentur schreibt der BI zudem: "Vielen Dank auch für Ihre Aufklärung bezüglich der Gefährlichkeit dieser Behälter. Wir müssen leider eingestehen, bisher über die Gefahren kaum informiert gewesen zu sein. Es scheint demnach noch viel Aufklärungsarbeit von Ihrer Initiative notwendig zu sein.
Für diese Arbeit schickte die Werbeagentur gleich noch einen Spendenscheck in Höhe von 200 DM an die BI ...

Bearbeitet am:04.04.1998/ad


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