ejzmini.gif (1299 Byte)
vom  12.12.1998   

BAM stellt Langzeitsicherheit der Castor-Behälter in Frage - Bürgerinitiative:

"Eine ungeheuerliche Zeitbombe"

Ir Lüchow. Der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg liegt ein Bericht der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) vor, in dem auf die Korrosionsgefahr im Bereich der Deckeldichtungen von CastorBehältern als Folge von Restfeuchte verwiesen wird. "Dieser Befund stellt alles in den Schatten, was bisher im Zusammenhang mit der äußerlichen Kontamination der Behälter öffentlich diskutiert wurde", schreibt die BI an Niedersachsens Umweltminister Wolfgang Jüttner.
"Denn ein Castor, der nicht dicht hält, ist eine ungeheuerliche Zeitbombe. "

Die Restfeuchte im Bereich des Elastometerdichtrings nach der Trocknung dürfe laut Trocknungsvorschrift nicht sein, so die BI. Die BAM fordert: "Zur Klärung dieser Fragestellung ist es unseres Erachtens geboten, die langzeitige Korrosionsbeständigkeit der verwendeten Metalldichtungen unter Berücksichtigung der verschiedenen Einflüsse aus Behälterbeladung, -abfertigung und -lagerung mittels weitgehender experimenteller Untersuchungen vertieft zu belegen. "

Es gehe um den Kern des Castor-Konzeptes, wenn selbst die BAM, die bislang nicht durch castorkritische Äußerungen auf gefallen sei, nun dessen Langzeitsicherheit in Frage stellen müsse, merkt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke an: "Hier soll experimentell etwas nachgewiesen werden, was im Grunde Voraussetzung für den Gebrauch der Behälter ist."
Als Aufsichtsbehörde sollte das Umweltministerium die bislang eingelagerten Behälter im
Transportbehälterlager Gorleben erneut unter die Lupe nehmen, wird von der Bürgerinitiative gefordert. Insbesondere und zuerst den Behälter aus Philippsburg, der 1995 angeliefert wurde, weil es dort große Probleme bei der Trocknung gegeben habe. "Außerdem sollte Jüttner seinen Bonner Kollegen Trittin ermutigen, einen tatsächlichen Castorstopp zu verfügen", rät Ehmke. Die BAM-Feststellungen könnten nicht einfach übergangen werden.

Bereits vier Jahre, nachdem 1984 die ersten Atommüllfässer mit schwach- und mittelaktivem Müll in Gorleben eingelagert wurden, seien Korrosion und Blähfässer festgestellt worden, erinnert die BI. Vier Jahre, nachdem der erste hochaktive Müll in Gorleben abgestellt worden sei, werde die Öffentlichkeit nun von einer möglichen Korrosion im Deckelbereich von CastorBehältern aufgeschreckt. Die Atomkraftgegner hätten stets befürchtet, daß der Castor auch nach einer Einlieferung Schlagzeilen mache. Er sei "kein Sicherheitsbehälter, sondern ein Sicherheitsrisiko".

Bearbeitet am: 12.12.1998/ad


zurück zur Homepage