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vom 28.12.1998  

BI stärkt Umweltminister Trittin den Rücken:
RSK-Auflösung überfällig

lr Lüchow. "Die Auflösung der Reaktorsicherheits- und Strahlenschutzkomission
(RSK und SSK) war längst überfällig." Mit diesen Worten haben Gegnerinnen und Gegner der atomaren Anlagen in Gorleben den Vorstoß von Bundesumweltminister Jürgen Trittin quittiert, der bis Mitte Januar 1999 diese Beratungsgremien neu und pluralistisch besetzen möchte. Seit ihrer Gründung im Jahr 1958 habe die RSK "stromlinienförmig" die Interessen der Atomwirtschaft vertreten, meint die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI). Der Sachverstand der unabhängigen Institute und Atomkritiker sei ständig ignoriert worden, kritisiert sie.

Auch Trittins Bemühen, die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente per Gesetz zu verbieten, ist aus Sicht der BI zu begrüßen. Aus den Verträgen zwischen deutschen Stromkonzernen und der französischen Plutomiumfabrik in Cap de la Hague geht nach Ansicht der BI zweifelsfrei hervor, daß ein gesetzliches Verbot der Wiederaufarbeitung in der Bundesrepublik zu keinerlei Kosten führe.

"Den Stromkonzernen geht es um die steuerfreien Rückstellungen für die nukleare Entsorgung, die bislang über 55 Milliarden DM umfassen", meint die BI. Sie ermutigt Trittin, "knallhart"zu bleiben und den Mut zu haben, die "Kriegskasse" der Stromkonzerne zu erleichtern. "Entfällt die Wiederaufarbeitung, kann Atommüll auch nicht länger über die Grenzen verschoben werden. Dann wird der Atomstreit sich in der Bundesrepublik zuspitzen, weil überdeutlich wird, daß es keine vertretbare und vernünftige Lösung für die Entsorgung der hochradioaktiven Abfälle gibt", prophezeit die Bürgerinitiative.

Bearbeitet am: 28.12.1998/ad


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