ejzmini.gif (1299 Byte)
vom 29.12.1998 <BR>
Senator nennt Meiler Brunsbüttel und Stade
Hamburg hält am Ausstieg fest 

dpa Hamburg. Der Hamburger Umweltsenator rechnet bis zum Jahr 2003 mit einer Stillegung von Atomkraftwerkskapazitäten in Norddeutschland. "Aus dem Koalitionsvertrag geht eindeutig hervor, daß wir uns mit eigenen Anstrengungen am Atomausstieg beteiligen wollen. Wir haben das gemeinsame Ziel, eine Stillegung von Kernkraftwerkskapazitäten 2002/2003 zu erreichen", sagte gestern Hamburgs Umweltsenator Alexander Porschke (GAL). "Dies könnte heißen, daß Stade oder Brunsbüttel stillgelegt werden. Wenn es nach mir geht, könnten auch beide stillgelegt werden."

Voraussetzung für die Stillegung sei, daß der Unternehmensbestand der Hamburgischen Electrizitäts -Werke (HEW), die an den Atomkraftwerken Brunsbüttel, Stade, Krümmel und Brokdorf beteiligt sind, nicht gefährdet wird, sagte Porschke. Über den Ausstieg werde es auch künftig weitere Gespräche zwischen SPD und Grünen sowie zwischen Senat und HEW-Vorstand geben. Wichtig sei es, die Interessen der Atomausstiegswilligen zu bündeln. "Wenn der Senat, die Atomaufsicht in SchleswigHolstein und die Bundesregierung zusammenwirken, werden wir auch bessere Chancen haben, unsere Ziele schneller zu erreichen. "

Mit der Stillegung eines Atomkraftwerkes würden die Norddeutschen keineswegs stromlos. "Man könnte sofort abschalten, ohne daß jemand im Dunkeln, sitzen muß", so Porschke. Ziel sei aber auch die langfristige Umstrukturierung des Kraftwerkparks der HEW zugunsten anderer Energiegewinnungsformen. "HEW hat bis heute die höchsten Haushaltstarife im Bundesgebiet und zugleich den höchsten Atomenergieanteil. Dies deutet nicht gerade daraufhin, daß Atomenergie besonders billig ist in der Produktion", gab der Umweltsenator zu bedenken. Die HEW beziehen in Spitzenjahren bis zu 80 Prozent ihres Stroms aus Atomkraft. Die Stadt Hamburg ist mit 5 0,2 Prozent an den HEW beteiligt.

Bearbeitet am: 29.12.1998/ad


zurück zur Homepage