vom 13.02.1998

Castor-Streit in Ahaus

SPD gegen ein neues Gorleben

dpa Bonn. Für einen Stopp des geplanten Castor-Transports mit, Atommüll ins westfälische Zwischenlager Ahaus gibt es nach Darstellung der Bundesregierung keine rechtlichen Möglichkeiten. Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) reagierte damit gestern in Bonn auf entsprechende Forderungen aus der SPD. Zugleich bot Merkel den Sozialdemokraten neue politische Gespräche über die strittigen Entsorgungsprobleme an. Es liege an der SPD, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, entgegnete Merkel auf ein Gesprächsangebot aus den Reihen der SPD-Bundestagsfraktion. Mehrere SPD-Abgeordnete verlangten "unverzüglich" neue Gespräche. "Vor einer Verständigung darf es keine weiteren Castor-Transporte geben."

Merkel warf der SPD jedoch vor, sie wolle sich aus ihrer Verantwortung stehlen. Der bevorstehende Castor- Transport nach Ahaus erfolge im Rahmen des mit der SPD beschlossenen Entsorgungskonzepts. Nach den Plänen der Atomwirtschaft sollen voraussichtlich Ende März Castor-Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus den Kernkraftwerken Gundremmingen (Bayern) und Neckarwestheim (BadenWürttemberg) nach Ahaus transportiert und dort gelagert werden.

In Ahaus wird mit Protesten gerechnet.


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