vom 13.02.1998

Kreisatomausschuß will Widersprüche bei den Meßdaten geklärt wissen:

Unangenehme Fragen an das NMU

gel Lüchow. Auf das niedersächsische Umweltministerium (NMU) kommen unangenehme Fragen zu: aus dem Kreisatomausschuß.

Warum habe es im Rahmen der Gefahrgutverordnungen keine von der ZwischenlagerBetreiberin BLG unabhängigen Messungen gegeben? Worin liege die teilweise große Ungenauigkeit der Meßdaten begründet? Weshalb würden sich offizielle Meßdaten direkt widersprechen? Oder: Weshalb sei ein Castor-Behälter transportiert worden, der nach der Gefahrgutverordnung Straße den zulässigen Grenzwert überschritten habe?

Diese und ähnliche Fragen zu dem Castoren-Transport im März 1997 nach Gorleben soll das NMU im Atomaussehuß beantworten. Dies hat der Ausschuß am Mittwoch einstimmig empfohlen.

Ein detaillierter Fragenkatalog soll vorab an das GriefahnMinisterium geschickt werden. Die Fragen fußen hauptsächlich auf Auswertungen des beratenden Ausschußmitglieds UdoJentzsch.

Seiner Meinung nach ließen die offiziellen Meßdaten erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der Messungen aufkommen, aber auch daran, ob die Überwachungsbehörden ihre Aufsichtspflicht eingehalten haben .

Ebenfalls beschäftigen will sich der Landkreis demnächst mit der Umgebungsüberwachung am Zwischenlager. Von dem Recht, Umgebungsmessungen einzusehen, hatte der Landkreis in der Vergangenheit keinen Gebrauch gemacht. Die BLG hat dem Landkreis erlaubt, die Daten mit einem amtlichen Sachverständigen für Strahlenschutz im Zwischenlager einzusehen.

Nur: Einen amtlichen Sachverständigen für Strahlenschutz gibt es ganz offensichtlich gar nicht. Dies sagte jedenfalls Gabriele Warminski-Leitheußer, die juristische Kodezernentin im Landkreis, nachdem sie sich informiert hatte. Einig war man sich im Ausschuß, nun einen Fachmann von einer Universität für die Prüfung der Daten zu gewinnen.

Zu diesem siehe auch:
"Wie stark strahlt der Castor wirklich?
und
EJZ vom 11.02.1998


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