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vom  06.07.1998

BI informierte über Tagung der Atomwirtschaft - Angedacht:
Einsparungen beim AKW-Betrieb

fk Trebel. Die Überschreitung von Strahlengrenzwerten an atomaren Transportbehältern war ein dominierendes Thema bei der diesjährigen Tagung Kerntechnik. Auf dieser Fachkonferenz trifft sich alljährlich die Atomwirtschaft. Bei einer Veranstaltung der hiesigen Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz inTrebel berichtete Wolfgang Neumann von der Gruppe Ökologie (GÖK), einem Zusammenschluß atomkritischer Wissenschaftler, von der Tagung.

Gesprächsthema sei die Wirtschaftlichkeit der Atomkraftwerke gewesen. Die Industrie steht nach Neumanns Angaben unter dem Druck anderer Energiequellen. Deshalb werden weitere Einsparungen beim Betrieb der AKW überlegt. Außer beim Personal sehe man in den wiederkehrenden technischen Prüfungen Sparmöglichkeiten. Ein Teil der Revisionen solle nicht mehr bei abgeschaltetem Kraftwerk, sondern während des Betriebes vorgenommen werden.

Zur Zeit würden zwei Linien neuer Atomkraftwerke entwickelt. Am sogenannten EPR seien Siemens und die französische Framatom beteiligt. Ab 2008 solle ein Prototyp in Frankreich gebaut werden. Eine weitere Reaktorlinie von Siemens sei der SVTR 1000, ein Siedewasserreaktor, berichtete Neumann.
Thema der Tagung war auch ein Endlager für atomare Abfälle. Aus dem Bundesamt für Strahlenschutz sei eine Internaonalisierung der Endlager vorgeschlagen worden. Für Europa würde das den Bau von fünf Endlagern zwischen Ural und Atlantik bedeuten. Ein Endlager in Deutschland würde laut Vorschlag auch Abfälle aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden aufnehmen. Beim Endlager Gorleben rechnen die Betreiber nach Auskunft von Wolfgang Neumann mit einem Ende der Erkundung für 2003. Ende 2008 solle das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein. 2013 könnte das Endlager dann in Betrieb gehen, so der Zeitplan der Betreiber.

Bis Ende 1998 sollen in Gorleben 20 Behälter mit Glaskokillen aus der Wiederaufarbeitung eingelagert sein. Diese Absicht sei auf der Jahrestagung Kernenergie geäußert worden. Genehmigt sei die Einlagerung von neuen Castor-Behältern, die einen höheren Abbrand aufnehmen sollen.

Neu sind auch Überlegungen zu Konditionierungsverfahren, die bei der GNS angestellt werden. Die PKA jedenfalls solle nicht mehr für die Endlagerung - wie zunächst beantragt, sondern zur Optimierung der Zwischenlagerung dienen. Während die GNS in Lüchow-Dannenberg noch Pläne bestreite, die Kapazität der PKA zu erhöhen, würden derartige Absichten auf der Jahrestagung öffentlich unwidersprochen gehandelt, erklärte Neuman. Von einem Pilotprojekt sei im Zusammenhang mit der PKA längst keine Rede mehr.

Bearbeitet am:06.07.1998  /ad


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