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vom  13.07.1998

Bündnisgrüne mit satirischer Aktion am Verladekran:
Win Dich & Dyrch Schauba        

 

gel Breese/M. Vor der Atomfirma "Win Dych & Dyreh Schauba" wurde kräftig geschrubbt. Im Strahlenschutzanzug machte die Belegschaft mit Rei in der Tube und Mob ihre Wischtests: um Kontaminationen an Atombehältern zu messen. Schließlich wurde auch noch Silikon in die noch undichten Stellen gespritzt - alles klar also für den nächsten Transport? Von wegen.

Mit dieser satirischen Aktion haben die Bündnisgrünen am Sonnabend im Rahmen ihrer Castor-Aktionstage erneut auf den Atommülltransportskandal aufmerksam gemacht. Unter dem Motto "Wir putzen den Atomdreck weg" forderten rund 50 Atomkraftgegner am CastorVerladekran in Breese/Marsch den Atomausstieg. Oder wie es der hiesige Grünen- Bundestagskandidat Wolfgang Ehmke formulierte: Es könne nach dem Skandal ja wohl nicht nur darum gehen, irgendwelche Putztests zu verbessern. Das "Castor-Konzept insgesamt ist im Eimer", sagte Ehmke. Er forderte ein Ende der Wiederaufbereitung und die Umsetzung eines Atomausstiegsgesetzes.

"Die härtesten Ideologen knicken inzwischen ein", meinte die hiesige Landtagsabgeordnete Rebecca Hanns (Grüne) zu der Meldung aus Bayern, daß dort auf den Bau weiterer Atomkraftwerke verzichtet werden soll. Die Grünen-Politikerin unterstrich aber auch noch einmal anhand der vorigen Wochen, wie schwer es sei, die Atomindustrie, die mit dem Rücken zur Wand stehe, vor sich herzutreiben. Statt nämlich den Atommülltransportskandal aufzuklären, werde im Landtag von SPD und CDU die Besetzung des BLG-Infohauses zum Skandal der Polizei gemacht. Harms warnte: Die Strategie dahinter sei ganz klar, die AKW-Gegner zu kriminalisieren. Der Gorleben- Widerstand müsse dafür sorgen, daß diese Strategie nicht aufgehe.

Durch den Störfall im AKW Unterweser sei zudem die deutsche Sicherheitsphilosophie erstmals so richtig in Frage gestellt, sagte Harms. Zuvor habe man einen solchen Störfall in Deutschland für ausgeschlossen gehalten. "Wir stehen am Scheideweg", unterstrich Lilo Wollny, die atompolitische GrünenSprecherin im Kreistag. Bei der Bundestagswahl werde die Entscheidung über den Ausstieg fallen. Sie warnte aber auch vor der SPD: Die sei zwar spät auf den Ausstiegszug aufgesprungen, habe es aber bisher nur aufs Trittbrett geschafft - und Schröder sitze in der Bremskabine...

Bearbeitet am: 13.07.1998/ad


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