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vom   18.07.1998

Steuerstabantrieb im Reaktordruckbehälter beschädigt

Schwerwiegende Panne im Meiler Krümmel      

nt/Ini Geesthacht. Erneut gab es im Atomkraftwerk Krümmel eine schwerwiegende Panne. Nach Angaben des Energieministeriums in Kiel war an einem Steuerstabantrieb im Reaktordruckbehälter ein Defekt festgestellt worden, den das Ministerium als "sicherheitstechnisch höchst bedeutsam" einstuft. Steuerstäbe regeln den Atomreaktor und schalten ihn auch ab. An einem dieser Stäbe habe sich nach Bruch eines Sicherungsstiftes die Sicherungsmutter des Gehäuserohres vollständig gelöst, hieß es. Das Kraftwerk ist seit dem 19. Juni zur Revision abgeschaltet.

Nach Darstellung des Ministeriums ist ein Defekt wie jetzt in Krümmel erstmals bei einem Atomkraftwerk aufgetreten. Er verursache erheblichen Prüfaufwand, dessen Konsequenzen für ein Wiederanfahren des Reaktors noch nicht abschätzbar seien. Außerdem hat sich in Krümmel der Verdacht auf Risse an Rohrleitungen im Speisewassersystem erhärtet, nachdem Sonderprüfungen 14 Riß-"Anzeigen" erbrachten. Daraus hätten sich mindestens sechs Befunde ergeben, hieß es.

Kiel hat wegen der Panne das Bundesumweltministerium eingeschaltet und Gutachter hinzugezogen, um die Ursache des Fehlers zu analysieren. Zu prüfen sei auch, ob dieser Defekt auch an anderen Antriebsgehäuserohren in Krümmel und anderen Siedewasserreaktoren auftreten kann.

Auch im Atomkraftwerk Brunsbüttel gab es gestern eine Panne. Nach einem Bedienungsfehler kam es dort zu einer Reaktorschnellabschaltung. Kiel teile mit, der Schadeng liege im nicht-radioaktiven Bereich. Nach dem Ölfiterwechsel der Turbinenanlage sei es wegen eines Bedienungsfehlers zu einem Abfall des Füllstands im Ölbetriebsbehälter gekommen. Danach kam es zur Turbinenschnell- und Reaktorabschaltung.

Bearbeitet am: 18.07.1998/ad


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