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vom   20.07.1998

BI-Demo-Debatte - Greenpeace und Strahlenexpertin zum Atommülltransportskandal:
Verdummung Schlamperei, Beschiß

gel Gorleben. Welche Nuklide tauchen auf? In welcher Form? Und in welcher Verklumpung? Und warum taucht Radioaktivität dort überhaupt auf? Fragen über Fragen, forinuliert Monate nach dem Atommülltransportskandal von einer absoluten Kapazität: der Bremer Universitätsprofessorin Dr. Inge Schmitz-Feuerhake. Ihr Statement am Sonnabend während einer "Demo-Debatte" der hiesigen Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) vor dem PKA-Tor in Gorleben machte vor allem dies deutlich: Nach wie vor sind die Ursachen für die Außenkontaminationen nicht ganz klar.

 

Merkel ein Fall für die Staatsanwaltschaft?


Kla rist sich Schmitz-Feuerhake dagegen in ihrem Urteil über die Politik: "Unverantwortlich" sei es vom Bundesumweltministerium,- Gesundheitsgefährdungen nach dem Überschreiten der Grenzwerte abzustreiten. Die Strahlenexpertin sprach von einer "Verdummungskampagne".

Genauso deutlich wurde vor etwa 50 Atomkraftgegnern Atomfachmann Michael Kühn von Greenpeace. Die Atomindustrie habe sowohl die Politik als auch die Öffentlichkeit "beschissen". Er hat auch im Bundesumweltministerium "Wut und Verärgerung" über die Atombetreiber ausgemacht. Die Geschichte der Atomindustrie in Deutschland sei die einer "kontinuierlichen Verharmlosung" und der "Schlamperei". Dieser Vorwurf, betonte Greenpeace, sei von der Atomindustrie noch nicht einmal mehr dementiert worden...


Die Physikerin Dr. SchmitzFeuerhake skizzierte noch einmal die bisherigen Versuche, das Phänomen. der Außenkontamination zu erklären. Zum einen könne die triviale Begründung sein, daß radioaktives Wasser beim Beladen an den Außenwänden hängenbleibe und durch das Abspülen nicht gereinigt worden sei. Andererseits gebe es aber auch die Beobachtung, daß die Transporte "sauber" den Absender verließen, aber kontaminiert angekommen seien. Was dreierlei Gründe haben könnte. Erstens: Beim Ausgang wurde nicht genau genug gemessen. Zweitens: Radioaktive Partikel "schwitzen" während des Transportes, wandern und diffundieren irgendwie an die Außenfläche. Und drittens: Es gebe das Phänomen der "hot partieles" - das Phänomen feiner radioaktiver Verklumpungen auf der Oberfläche.


"Wir stimmen mit Ihnen und Ihren Forderungen überein", sagte Reiner Fischer von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsens auf der Debatte zu dem Gorleben- Widerstand. "Mit Entsetzen", so Fischer, habe man in Polizeikreisen auf den Skandal reagiert.

Die Forderungen der Polizei seien daraufhin klar gewesen: ein Sofortstopp aller hochradioaktiven Atommülltransporte und kein Polizeieinsatz in diesem Zusammenhang, bis eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden könne. Die GdP hofft derzeit, daß sich die Staatsanwaltschaft Bonn demnächst mit der GdP-Strafanzeige gegen Bundesumweltministerin Dr. Angela Merkel beschäftigen wird. Der Polizei- Gewerkschafter betonte aber sehr wohl auch, daß bei der derzeitigen Rechtslage keine Dienstverweigerung der Polizei für CastorTransporte möglich sei. Wenn Merkel allerdings verurteilt würde, dann wäre eine andere Rechtslage da...

Bearbeitet am: 20.07.1998/ad


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